Eine CARE-Helferin gibt einer Frau in Südsudan einen Sack mit Hilfsgütern

CARE-Nothilfe in Krisengebieten

Jedes Jahr reagiert CARE weltweit auf Notfälle, die das Leben von Millionen von Menschen bedrohen.

CARE leistet humanitäre Nothilfe nach Katastrophen

Nach Katastrophen versorgen unsere lokalen CARE-Helfer:innen und CARE-Partner:innen Menschen in Not mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen, provisorischen Unterkünften, Gesundheitsfürsorge und anderen Hilfsgütern, die sie zur Sicherung ihrer Existenzgrundlagen benötigen.

Nachdem die unmittelbaren Bedürfnisse der Menschen und Gemeinschaften gedeckt sind, unterstützen wir auch den langfristigen Wiederaufbau, um den Menschen ihre Existenzgrundlage zurückzugeben. CARE setzt sich außerdem aktiv für Veränderungen und Verbesserungen der Maßnahmen ein, mit denen die globale Gemeinschaft auf Notfälle reagieren kann.

Was bedeutet Not- und Katastrophenhilfe bei CARE?

Eine CARE-Helferin redet mit einer Frau in Haiti

Davor

Für arme, ungeschützte Gemeinden können die Auswirkungen einer Krise hart errungene Erfolge bei der Armutsbekämpfung zerstören. Eine gute Planung und Vorbereitung kann Leben retten, die Auswirkungen von Katastrophen verringern und Menschen helfen, sie schneller zu überwinden. CARE setzt sich für die Geschlechtergerechtigkeit ein und achtet darauf, dass auch Frauen und Mädchen in die Entscheidungsprozesse miteinbezogen werden und ihre Meinung für die Maßnahmen zur Katastrophenversorge berücksichtig wird. Wir helfen den Gemeinden bei der Planung für Notfälle und der Risikominimierung bei künftigen Katastrophen – etwa durch Beratung beim Bau von sicheren Unterkünften oder bei der Unterstützung von Landwirten beim Anbau dürreresistenter Pflanzen, um sie die durch Klimawandel verursachte Katastrophen vorzubeugen. 

Ein CARE-Helferin und ein CARE-Helfer bereiten CARE-Pakete zur Verteilung vor

Währenddessen

Im Falle einer Katastrophe ermöglichen es die lokalen Ressourcen von CARE, bedürftige Gemeinden schnell und effektiv zu unterstützen. CARE verfügt über laufende Programme in vielen der am stärksten katastrophenanfälligen Ländern der Welt, außerdem über Notfallexperten, die bereits vor Ort sind, sowie über zusätzliche Notfallspezialisten, die sofort aus der ganzen Welt entsandt werden können. Wir versorgen Menschen mit Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern, bieten provisorische Unterkünfte und stellen sicher, dass Menschen Zugang zu Wasser, sanitären Anlagen und Gesundheitsversorgung haben. Wir legen besonderen Wert darauf, die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen zu erfüllen, denn sie sind oft unverhältnismäßig stark von Katastrophen betroffen.

Ein lächelndes Mädchen hält ein Glas mit Wasser in der Hand

Danach

Nach dem Ende der Notfallphase arbeitet CARE mit den Gemeinden zusammen, um deren langfristigen Wiederaufbau zu ermöglichen. Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich von der Notfallreaktion zum Wiederaufbau und zu einer nachhaltigen, positiven Entwicklung überzugehen. Anstatt nur Pläne bereitzustellen, helfen wir Menschen konkret, sich selbst zu helfen, zum Beispiel indem wir sie speziell bei der Wiederinbetriebnahme ihrer Geschäfte oder Bauernhöfe unterstützen. Wir bieten Gemeinschaften auch psychosoziale Unterstützung, indem wir kommunale Aktivitäten und Strukturen wiederherstellen und durch Gemeinschaftsaktivitäten bessere Bewältigungsmechanismen fördern. So versuchen wir, Gemeinschaften, oder speziell Frauen und Mädchen, dabei zu helfen, erlebte Traumata zu überwinden.

Wie hilft CARE nachhaltig und effizient?

Die schnelle Hilfe in Notfällen und nach Katstrophen ist ein wichtiger Teil der Arbeit von CARE. Sie ist integriert in die umfassenden und langfristigen Projekte, um die Not zu lindern, Frauen und Mädchen zu stärken sowie gemeinsam nachhaltigen Wandel zu bewirken.

Lokale Lösungen

Indem wir Hilfsgüter möglichst vor Ort einkaufen, anstatt sie zu importieren, unterstützen wir lokale Unternehmen, erreichen Bedürftige schneller und bringen unser Geld effektiver ein. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Hilfsorganisationen und Gemeinden und die Beschäftigung von lokalem Personal können wir das Wissen über Sprache und Kultur effektiv in unsere Hilfsmaßnahmen einbringen und so die Menschen noch gezielter unterstützen.

CARE konzentriert sich auf den Aufbau von Kapazitäten lokaler Helfer:innen und anderer Partner:innen in den Ländern, in denen wir arbeiten, indem wir Schulungen, technische Beratung und Werkzeuge anbieten. Mit qualifiziertem Personal, das bereits vor Ort ist, können wir sofort auf neue Notfälle reagieren und unsere Maßnahmen rasch ausweiten.

Unsere Expertise

Während jede Hilfsmaßnahme auf die Bedürfnisse der jeweiligen Krisensituation zugeschnitten ist, liegen die Schwerpunkte von CARE grundsätzlich in der Stärkung von Frauen und Mädchen. Wir kümmern uns z.B. um ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit. Auch wenn es um Wasserversorgung & Hygiene (WASH), Unterkünfte und Ernährungssicherheit geht, stehen Frauen und Mädchen immer in unserem Fokus.

Alle Aspekte werden durch umfassende logistische Kapazitäten unterstützt. Wir spezialisieren uns außerdem auf den wirtschaftlichen Wiederaufbau, Bildung, Ernährung, psychosoziale Betreuung sowie Landwirtschaft und Ressourcenmanagement.

Qualität & Verantwortung

Wir sind uns bewusst, dass sich die von einer Krise betroffenen Menschen in ihrer Situation oft entmachtet und hilflos fühlen. CARE ist daher bestrebt internationale Standards für Qualität und Transparenz einzuhalten und dafür zu sorgen, dass die betroffenen Gemeinden bei der Planung, Umsetzung und Bewertung unserer humanitären Maßnahmen miteinbezogen werden.

Während eines Notfalls arbeitet CARE mit lokalen Behörden und beteiligt sich am Clustersystem der Vereinten Nationen, einem koordinierten Ansatz, der sicherstellen soll, dass humanitäre Akteure zusammenarbeiten, Doppelarbeit vermeiden und alle hilfsbedürftigen Menschen Hilfe erhalten.

CARE-Nothilfe: Unsere Prinzipien 

Kinderhände auf einem CARE-Logo, das mit Handabdrücken gemacht wurde

Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit: CARE arbeitet auf der Grundlage von humanitären Grundsätzen, um sicherzustellen, dass unsere Hilfe den echten Bedürfnissen der Menschen entspricht. 

Die Grundsätze, nach denen wir unsere Hilfsmaßnahmen ausrichten, lauten:

  • Betroffene in Maßnahmen miteinbeziehen
  • partnerschaftlich mit allen Akteuren zusammenarbeiten
  • Verantwortlichkeit sicherstellen und Verantwortung fördern
  • Diskriminierungen beseitigen
  • gewaltfreie Konfliktlösungen fördern
  • nachhaltige Ergebnisse erarbeiten.

Prinzipien der humanitären Hilfe

Core Humanitarian Standards

CARE International ist den Standards der humanitären Hilfe sowie international anerkannten Verhaltenskodizes verpflichtet. Dazu gehören insbesondere

  • der Verhaltenskodex für die internationale Rotkreuz- / Rothalbmond-Bewegung und Nicht-Regierungsorganisationen der Humanitären Hilfe (1994), sowie
  • der Core Humanitarian Standard (CHS) on Quality and Accountability, der neun Verpflichtungserklärungen zur Verbesserung der Qualität und Effektivität in der Katastrophennothilfe des humanitären Sektors enthält (2014).

CARE International wirkt an folgenden Initiativen mit, um die humanitären Standards kontinuierlich zu verbessern:

  • Die Core Humanitarian Standards Alliance (CHS Alliance), die 2015 aus dem Zusammenschluss von HAP International und People In Aid hervorging, fördert maßgeblich die Entwicklung, Verbreitung und regelmäßige Überprüfung der CHS. Als Mitglied dieser Allianz übernimmt CARE eine Führungsposition darin, funktionale Mechanismen der Zuordnung von Verantwortlichkeiten zu etablieren, um von Krisen betroffenen Menschen, im Besonderen Frauen und Mädchen, effizient zu unterstützen.
  • Charter4Change ist eine Initiative nationaler wie internationaler NROs, die darauf zielt, das humanitäre Hilfssystem stärker auf die selbstständige Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit lokaler Akteure auszurichten.

„Do no harm“

Wo verfeindete Gruppen im Konflikt sind, läuft humanitäre Hilfe Gefahr, zwischen die Fronten zu geraten. Die Erfahrung zeigt: Während humanitäre Hilfe Leiden lindert und Leben rettet, trägt sie nicht selten zur Fortsetzung oder gar Verschlimmerung des Konflikts bei, der sie überhaupt erst notwendig gemacht hat. Daraus zu schließen, es sei besser, gar nicht erst Hilfe anzubieten, wäre zynisch und moralisch nicht haltbar. Ein Teufelskreis?

In Anerkennung der Gratwanderung, die humanitäre Hilfe in Konfliktsituationen zu bewältigen hat, entstand „Do No Harm“. 1994 von einer Reihe internationaler Hilfsorganisationen, Vertretern der Gebergemeinschaft und UN-Organisationen, unter der Federführung von Mary B. Anderson, ins Leben gerufen, widmet sich das Projekt der einen zentralen Frage: Wie lässt sich humanitäre Hilfe in Konfliktsituationen so gestalten, dass sie den Konflikt nicht unterhält oder gar verschlimmert, sondern die betroffenen Menschen darin ermutigt, sich vom Kampf zurückzuziehen und den Boden für eine friedliche Lösung zu bereiten?

Code of Conduct

CARE ist Mitunterzeichner des Verhaltenskodexes für die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und Nicht-Regierungsorganisationen der humanitären Hilfe:

  • Der humanitäre Imperativ steht an erster Stelle.
  • Die Hilfe orientiert sich allein am Grad der Bedürftigkeit – ungeachtet ethnischer, religiöser oder nationaler Aspekte.
  • Die Hilfe wird niemals zur Unterstützung eines politischen oder religiösen Standpunktes eingesetzt.
  • Wir lassen uns nicht als Instrument außenpolitischer Interessen der Regierung einsetzen.
  • Wir respektieren Kultur und Sitten.
  • Wir bemühen uns, die Katastrophenhilfe auf den lokalen Kräften aufzubauen.
  • Wir suchen nach Wegen, die Begünstigten ins Management der Nothilfe einzubeziehen.
  • Unsere Nothilfe muss genauso darauf zielen, die Anfälligkeit der Menschen für Katastrophen in der Zukunft zu senken, wie darauf, ihre Grundbedürfnisse zu stillen.
  • Wir machen unsere Hilfe messbar sowohl für jene, denen sie gilt, als auch für jene, die uns die Mittel zur Verfügung stellen.
  • In unserer Öffentlichkeitsarbeit und Werbung stellen wir die Betroffenen von Katastrophen als Menschen mit Würde dar, nicht als hoffnungslose Objekte. 

Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels

Auch unsere CARE-Klimaheldinnen haben sich der Katastrophenvorsorge verschrieben. Mit ihrem unermüdlichen Einsatz für den Klimaschutz schützen sie jetzt, aber auch langfristig, viele Menschen auf der Welt vor den Folgen des Klimawandels. Dieser zeigt sich immer öfter in der Form verheerender Naturkatastrophen, die durch ihn verstärkt werden. Erfahren Sie mehr über unsere Klimaheldinnen hier!

Ein Beispiel für Nothilfe: Das Erdbeben in Nepal

Im April und Mai 2015 erschütterten zwei schwere Erdbeben den Himalayastaat Nepal. CARE-Hlfer:innen waren sofort vor Ort und leisteten Nothilfe für betroffene Menschen. Auch Jahre danach ist der Bedarf an Unterstützung groß.

Soforthilfe

Seit über 40 Jahren mit Selbsthilfeprojekten vor Ort, erreichte CARE im Erdbebengebiet über 300.000 Menschen mit Soforthilfe. Per Helikopter, Lastwagen und zu Fuß brachte CARE Nahrung, Baumaterial für Notunterkünfte, Schlafmatten und überlebenswichtige Hilfsgüter auch in die schwer zugänglichen Regionen. Um ein Minimum an Hygiene und Geburtshilfe zu sichern, versorgte CARE Schwangere und stillende Mütter mit Geburts- und Neugeborenen-Paketen und stellte Hebammen steriles Entbindungsmaterial zur Verfügung.

Wiederaufbau

Auch Jahre nach dem Erdbeben war der Bedarf an Hilfe groß. Der Wiederaufbau von Häusern, Schulen und Gesundheitseinrichtungen nach dem verheerenden Erdbeben dauerte lange. CARE unterstützte Familien und Schulen dabei, ihre Gebäude jetzt erdbebensicher wiederaufzubauen und dabei die wichtigsten Regeln des Katastrophenschutzes zu beachten. Außerdem schulte CARE Bauern und Bäuerinnen in modernen landwirtschaftlichen Anbaumethoden.

Langfristige Hilfe

Millionen Familien haben durch das Erdbeben ihre Lebensgrundlage verloren: ihr Vieh, ihre Ernten und ihr Einkommen. Am schwersten trifft die Not die Ärmsten in der Bevölkerung: Mitglieder ethnischer Minderheiten sowie der Kaste der „Unberührbaren“. CARE unterstützt ihre Gemeinschaften darin, die Trinkwasserversorgung, das Einkommen und die Ernährung ihrer Familien zu sichern und sich durch Bildung und Ausbildung langfristig einen Weg aus der Armut zu ebnen.