Klimawandel: Definition, Ursachen, Folgen

Was heißt Klimawandel genau? Was sind die Ursachen? Welche Rolle spielt der Mensch? Welche Folgen hat er? Was können wir gegen die Fortschreitung des Klimawandels und gegen seine Folgen tun? Was genau macht CARE? Und reicht es, einfach von einem Wandel zu sprechen oder befinden wir uns inmitten einer Klimakrise?

Was ist Klimawandel?

Der Begriff „Klimawandel“ beschreibt langfristige Veränderungen des Erdklimas, z. B. Temperatur, Niederschlag, Meeresströmungen und nicht kurzfristige Wetterphänomene. 

Der Klimawandel ist kein neues Phänomen. Diese Veränderungen wurden in den letzten Jahrzehnten durch zahlreiche Studien und Beobachtungen weltweit nachgewiesen. Dabei sind die langfristigen Trends entscheidend, was bedeutet, dass es auch in einem langfristigen Erwärmungstrend immer wieder Ausreißer nach oben oder unten geben wird. Wichtig ist: Fällt ein Jahr kälter aus als erwartet, stellt dies nicht die Existenz des Klimawandels infrage. 

Durch Wirbelsturm Idai in Mosambik zerstörte Häuser, Überschwemmungen und Palmen im Sturm

2015–2025 waren die elf wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen

Das bestätigt der Bericht “State of the Global Climate 2025” der World Meteorological Organization (WMO) 

  • Das Energieungleichgewicht der Erde ist so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Messungen vor 65 Jahren
  • In den letzten zwei Jahrzehnten hat der Ozean jedes Jahr etwa das Achtzehnfache des jährlichen Energieverbrauchs der Menschheit absorbiert
  • Extremwetterereignisse betreffen Millionen Menschen und verursachen Schäden in Milliardenhöhe

Zum WMO Bericht

Nothilfe in der Klimakrise

 CARE leistet weltweit Nothilfe nach Naturkatastrophen, um betroffene Menschen schnell und wirksam zu unterstützen.

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CARE-Helfer:innen mit Hygiene-CARE-Paket für die Betroffenen des Erdbebens in Marokko

Welche Ursachen hat der Klimawandel?

Die 70-jährige Mantando Joan aus Mosambik steht mit Pflügwerkzeug auf einem Feld

Klima und Treibhauseffekt

Was ist der Treibhauseffekt: Die Sonnenstrahlen, die auf die Erde treffen, werden von natürlichen Gasen und Wolken absorbiert und zu einem Teil auf den Planeten zurückgestrahlt. Sie halten ihn so warm. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt wäre die Erde zugefroren und unser Leben wäre so nicht möglich. Die unterschiedlichen Gase in der Atmosphäre, z.B. Kohlenstoffdioxid, Methan und Distickstoffmonoxid sind entscheidend für den Treibhauseffekt. Wie ein Glasdach eines Treibhauses reflektieren diese Treibhausgase die Wärmestrahlung. 

Durch die anhaltende Verbrennung fossiler Energien wie Braunkohle, Steinkohle und Erdöl seit der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert, gelangt die doppelte Menge CO2 in die Atmosphäre. Dies verstärkt den Treibhauseffekt und die Erdoberfläche erwärmt sich schneller und stärker. Heute ist der CO2-Wert um 45 Prozent höher als in den Jahrtausenden der Stabilität davor. Dies führt zu einer stärkeren globalen Erwärmung.

 

Ursachen – Woher kommt die aktuelle Erwärmung?

Globale Klimaveränderungen gab es immer schon im Laufe der Erdgeschichte. Wir erleben jedoch massive, messbare Veränderungen seit der Industrialisierung. Die Wissenschaft weltweit ist sich über die Hauptursachen des Klimawandels einig. Vom Menschen verursachte Emissionen von CO₂, Methan und Entwaldung in großem Stil weltweit haben in den letzten Jahrzehnten in großem Maße Treibhausgase freigesetzt. Diese reichern sich in der Erdatmosphäre an und verstärken den Treibhauseffekt. 

Im weltweiten Durchschnitt ist die Temperatur bereits um mehr als ein Grad gestiegen, in der Arktis zum Beispiel sogar deutlich stärker. Damit wurde die höchste CO2-Konzentration seit mindestens 15 Millionen Jahren gemessen. Die Konsequenz: Die Erdatmosphäre, die Gesamtheit an Gasen, die die Erde umhüllen, erwärmt sich immer weiter und damit auch die Erde und das hat fatale Folgen.

Folgen des Klimawandels

Durch Wirbelsturm Idai in Mosambik zerstörte Häuser, Überschwemmungen und Palmen im Sturm

Welche Folgen hat der Klimawandel?

Anstieg der Oberflächentemperatur der Erde: Seit 1880 ist die globale Durchschnittstemperatur bereits um etwa 1,1 °C gestiegen. Das hat zur Folge, dass nicht nur das Land auf der Erde sich erwärmt, sondern auch die Meere. 

Steigende Meeresspiegel und Verlust von Lebensräumen: Die Erwärmung der Meeresoberfläche führt zu erhöhter Verdunstung, mehr Treibhausgasfreisetzung und so zu einem verstärktem Treibhauseffekt

Extremwetter und Naturkatastrophen: häufigere und intensivere Dürren, Überschwemmungen, Hurrikans und unberechenbare Wetterzyklen. 

Ernteausfälle, Hunger und Wasserknappheit: Lebensgrundlagen sind bedroht, z. B. Ernten, Wasser- und Nahrungsmittelversorgung. 

Die Rückenansicht einer nigrischen Frau, die einen Wasserkanister auf dem Kopf trägt

Permafrostböden bedecken ein Viertel der gesamten nördlichen Hemisphäre und haben Unmengen an Treibhausgasen gespeichert. Wenn diese durch die weitere Erwärmung freigesetzt werden, erhitzt sich die Atmosphäre noch weiter und der Meeresspiegel steigt stärker. Es kommt zu einem nicht aufzuhaltenden Kreislauf und die Klimakrise, wie sie jetzt schon besteht, wird sich unaufhörlich verschlimmern. 

Soziale Ungleichheit und besondere Betroffenheit von ärmeren Menschen und Frauen weltweit, sie haben oft die geringsten Mittel zur Anpassung und sind besonders verletzlich.

Studien des Weltklimarates IPCC deuten auf eine Verschärfung und Beschleunigung des Klimawandels hin, hervorgesagte Szenarien sind bereits eingetreten.

Helfen Sie Menschen, die heute schon unter der Klimakrise leiden.

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Wandel oder Krise?

Warum es Klimakrise statt Klimawandel heißen sollte 

Das Wort Klimawandel ist ein Begriff, der nur neutral beschreibt, dass sich das Klima weltweit ändert. Dennoch ist der Wandel, wie wir ihn mittlerweile wahrnehmen, nur durch menschlichen Einfluss erklärbar. Die drastischen Folgen dieses menschengemachten Klimawandels wirken sich auf Mensch und Natur gravierend aus und der Begriff verharmlost das Tempo der fortschreitenden extremen Einwirkungen auf das Leben auf der Erde. Deswegen sprechen wir bei CARE immer häufiger von einer „Klimakrise“ statt eines „Klimawandels“.

Laut der Daten des europäischen Klimadienstes Copernicus war 2025 weltweit das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Wie CARE gegen die Klimakrise hilft

  • Schutz vorhandener Ressourcen (Wasser, Böden, Wälder): Aufforstung, nachhaltige und angepasste Landwirtschaft, Nutzung regenerativer Energien.
  • Förderung von Resilienz und Anpassungsfähigkeit: CARE unterstützt Kleinbauern mit dürreresistentem Saatgut und traditionellen Bewässerungsmethoden; priorisiert dabei besonders Frauen und Mädchen — denn sie sind oft überdurchschnittlich betroffen.
  • Politisches und gesellschaftliches Engagement: CARE drängt auf eine klimagerechte Politik, faire Unterstützung für besonders betroffene Regionen und eine gerechte Einbindung der Genderperspektive.
  • Bewusst machen, was hinter dem harmlos klingenden Wort „Klimawandel“ steckt, deshalb spricht CARE lieber von „Klimakrise“. Denn der Begriff Wandel klingt zu passiv angesichts der Dringlichkeit und des rasanten Tempos der Veränderungen. 

Maßnahmen gegen den Klimawandel 

Eine Frau und ein Mann stehen in einem Maisfeld in Simbabwe

Vorhandene Ressourcen schützen

In vielen Weltregionen sind die Folgen der Klimakrise längst bittere Realität: Knapper werdende Wasserressourcen, eine schnellere Verkarstung der Böden, aber vor allem unkalkulierbare Wetterzyklen mit Dürren und Überschwemmungen erschweren Kleinbauern in Afrika, Mittel- & Südamerika und Asien den Kampf um das Überleben. Konflikte um Wasser, Land und Holz nehmen zu. Deshalb setzt CARE alles daran, noch vorhandene Ressourcen zu schützen.

Neben gezielter Aufforstung und der Einführung alternativer Anbaumethoden werden regenerative Technologien zur Energie- und Wassergewinnung dabei immer wichtiger. In vielen Projekten arbeitet CARE bereits erfolgreich mit Biogasanlagen, solar betriebenen Kochern, Pumpen und wiederbelebten traditionellen Bewässerungstechniken, wie dem Terrassenfeldbau, der Kanal-, Schmelzwasser- oder Tröpfchenbewässerung.

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Eine Frau in Nepal pflanzt von CARE bereitgestellte Gemüsesamen auf ihrem Feld

Widerstandsfähigkeit bilden

In vielen ärmeren Ländern setzt CARE Projekte um, die Menschen Unterstützung bieten, sich selbst gegen die Folgen des Klimawandels zu stärken und widerstandsfähiger zu machen. Unter anderem lehren wir Bauern im Umgang mit besonders dürreresistentem Saatgut. Insgesamt stehen vor allem Frauen und Mädchen im Fokus von CARE, da sie häufig besonders betroffen sind. Darüber hinaus engagiert sich CARE auch politisch und durch Bildungsarbeit zum Beispiel auch in Deutschland, damit hier die Emissionen schneller sinken und auch eine ausreichende Unterstützung für besonders arme Länder bereitgestellt wird.

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Eine Gruppe von Frauen, die an empowernden Maßnahmen von CARE teilnehmen und deren Leben sich dadurch verbessert hat.

Auswirkungen des Klimawandels auf Frauen und Mädchen

Der Klimawandel hat bereits heute verheerende Auswirkungen auf die Menschen und verschärft bestehende Ungleichheiten. Diejenigen, die bereits aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden, sind überproportional betroffen. Auch wenn Naturkatastrophen nicht zwischen den Geschlechtern unterscheiden, gibt es deutliche Unterschiede dabei, wie Frauen und Männer die Auswirkungen des Klimawandels erfahren. Auf der Flucht vor klimabedingten Katastrophen besteht für Frauen ein erhöhtes Risiko, körperliche und sexualisierte Gewalt, Zwangsprostitution und Ausbeutung zu erleben. 

Bei allen Klimaschutzmaßnahmen muss die Genderperspektive mitgedacht werden und alle Maßnahmen müssen zu Geschlechtergerechtigkeit beitragen. So führt CARE weltweit Projekte durch, um Frauen und Mädchen klimaresistenter zu machen.

Frauen und Mädchen unterstützen

Uganda: Die Klimakrise trifft die Ärmsten dieser Erde

Die Klimakrise verschärft soziale Ungleichheit

Die Klimakrise ist eine globale Herausforderung. Laut dem Inequality Report 2026 ist die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung für nur 3 % der mit privatem Kapitalbesitz verbundenen CO2-Emissionen verantwortlich. Im Gegensatz dazu, sind es die obersten 10 % der gesamt Bevölkerung die 77 % der Emissionen verursachen. Allein das reichste 1 % verursacht 41 % der Emissionen aus privatem Kapitalbesitz, fast doppelt so viel wie die gesamten unteren 90 % zusammen.

zum inequality report 2026

 

Regelmäßig spenden – nachhaltig helfen

Wenn sich eine Naturkatastrophe ereignet, wie die gewaltigen Erdbeben in der Türkei und Syrien im Februar 2023, zählt jede Minute, um den Betroffenen schnelle Hilfe zu leisten. Regelmäßige Spenden machen es möglich, sofort dort zu helfen, wo Hilfe dringend gebraucht wird. Das macht sie unendlich wichtig für unsere weltweite humanitäre Arbeit. 

Regelmäßige Spenden ermöglichen Planungssicherheit und sichern langfristige Hilfe für Menschen in Kriegs- und Krisengebieten. Dank ihnen können wir unsere Verwaltungskosten reduzieren, um noch mehr für Betroffene in Notsituationen zu leisten. Schon ab 5 Euro Spende im Monat finanzieren Sie nach elf Monaten beispielsweise ein neues Kinderbett in einer syrischen Klinik. Danke für Ihre Spende!

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Eine CARE-Helferin in Sambia hält lächelnd ein Mädchen auf dem Arm

Regelmäßig spenden

Regelmäßige Spenden sind für unsere Arbeit ganz besonders wichtig. Sie werden dort eingesetzt, wo die Not am größten ist, machen unsere Arbeit langfristig planbar und ermöglichen es uns, schnell zu reagieren und dauerhaft zu helfen.

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Klimaheldin Qaung Thi Klien aus Vietnam steht im Feld und macht mit ihren Händen das 1,5-Prozent-Zeichen

Unsere Klimaheldinnen

Quang Thi Kien ist präziser als jede Wetter-App: Sie sagt nicht nur Unwetter und Hitzewellen vorher, sondern empfiehlt Bauern auch Saatgut und Pflanzenschutzmittel. Kiens Ziel ist es, ihre Gemeinde besser auf extreme Wetterverhältnisse vorzubereiten. Denn sie weiß, wie es ist, Hunger zu leiden. Die Vietnamesin ist eine von zwölf „Klimaheldinnen“, die für die gleichnamige Ausstellung ausgewählt wurden. Von Fidschi bis Peru schaffen sie mit ihrem Einsatz positive Veränderungen und ermöglichen ihren Gemeinden die Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

El Niño und Klimawandel 

Frau arbeitet auf ihrem Feld in Äthiopien

Das Wetterphänomen El Niño löst rund um den Globus extreme Wetterereignisse wie Dürren, Überschwemmungen, Stürme und Brände aus. Der Klimawandel kann Wetterphänomene wie El Niño und seine Auswirkungen verstärken. Am Horn und im Süden Afrikas, auf den pazifischen Inseln sowie in weiten Teilen Südostasiens und Zentralamerikas führte es zuletzt zu extremer Dürre. Andernorts litten und leiden die Menschen unter Stürmen und Überschwemmungen. Die Trockenheit in Äthiopien und Somalia gilt als eine der schlimmsten seit drei Jahrzehnten. Die Ernte des Landes ist vollständig ausgefallen. In pazifischen Staaten wie Papua Neuguinea, Vanuato und Timor-Leste sind fast fünf Millionen Menschen von Hunger bedroht. CARE konzentriert sich in den betroffenen Ländern auf die Verteilung von Lebensmitteln, Wasser (WASH) und anderen Hilfsgütern. 

Mehr über El Niño erfahren

Quellen

World Meteorological Organization (WMO) State of the Global Climate 2025 03/2026

Copernicus Climate Change Service (C3S), Global Climate Highlights 2025 Report 01/26 

World Inequality Lab, World Inequality Report 2026, 12/2025

CARE Studie, Disrupted Lives - Klimabedingte Vertreibung in Konfliktgebieten, 06/2024

CARE Studie, Climate Change Adaption & Climate Justice in Iraq, 05/2024