Eine Frau blickt in die Ferne.

VERGESSENE KRISEN

Suffering in Silence

Wenn es keinen Hashtag dazu gibt, ist es dann wirklich passiert? Im Zeitalter der sozialen Medien und der 24-stündigen Verfügbarkeit von Nachrichten ist diese Frage für viele zum Mantra geworden. Das, was wir über den Bildschirm, das Internet oder das Radio konsumieren, wird zu unserer Realität. Dinge, von denen wir nichts hören, existieren für uns nicht.

Die traurige Wahrheit sieht jedoch anders aus. Im Jahr 2019 gab es weltweit rund 160 Millionen Menschen, deren Leben von Krisen und Katastrophen bedroht waren – unabhängig davon, ob wir davon gehört haben oder eben nicht. Viele Menschen, die von humanitären Krisen betroffen sind, leiden im Stillen, abseits der öffentlichen Wahrnehmung.

Bereits im vierten Folgejahr stellt CARE daher den Bericht „Suffering in Silence“  vor, um jene Krisen ins Rampenlicht zu rücken, die trotz ihrer gravierenden Auswirkungen nur sehr wenig Aufmerksamkeit erhielten. „Suffering in Silence“ ist ein Aufruf an die globale Gemeinschaft, Menschen, die kaum Aufmerksamkeit erhalten, zu helfen, für sie einzustehen und ihren Stimmen Gehör zu verleihen.


Video: Zehn vergessene Krisen


1. MADAGASKAR

 

Madagaskar zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Drei Viertel der Bevölkerung leben von weniger als 1,70 Euro pro Tag. Der Inselstaat ist stark auf die Landwirtschaft angewiesen. Naturkatastrophen, verschärft durch die Klimakrise, haben verheerende Folgen: Ende 2019 litten mehr als 2,6 Millionen Menschen unter den Folgen von Dürre. Etwa ein Viertel der Bevölkerung war unmittelbar auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Schlagzeilen hat die Not keine gemacht.

Eine CARE-Helferin auf Madagaskar spricht mit einer Frau.

2. ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK

Eine Frau trägt ein Kind auf dem Rücken.

Ausgelöst durch andauernde bewaffnete Konflikte ist die Zentralafrikanischen Republik von einer enormen humanitären Krise beherrscht. Gesundheits-, Wasser-, und Nahrungsversorgung leiden stetig unter der immer wieder aufflammenden Gewalt. Ein Viertel der Bevölkerung wurde bereits durch die Konflikte vertrieben, 2,6 Millionen Menschen sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Situation ist dramatisch, doch hören und sehen tun wir davon nicht viel.

 

3. SAMBIA

 

Sambia leidet schon heute stark unter den Folgen des Klimawandels. Die Temperaturen in der Region steigen etwa doppelt so schnell wie im Vergleich zum Rest der Welt. Extreme Wetterereignisse, Schädlinge und Epidemien haben zu massiver Ernährungsunsicherheit geführt. Etwa 40% der Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt. Auch die Wasserversorgung wird immer schwieriger. Hier darf nicht weggeschaut werden!

Eine Frau in Zambia hält ihr Kind, welches gerade gefüttert wird.

4. BURUNDI

Eine Frau in Burundi blickt in die Ferne.

Die humanitäre Krise in Burundi hat viele Gründe – politische Unsicherheit, Armut, schwierige Menschenrechtssituation, Naturkatastrophen und Fluchtbewegungen sind nur einige davon. Über 300.000 Menschen suchen in den Nachbarländern Schutz. Zwar hat sich die Ernährungslage in den letzten Jahren verbessert, aber sie bleibt weiter kritisch. Wasser- und Gesundheitsversorgung sowie die weitverbreitete Armut bereiten dem kleinen Land große Probleme.  

 

5. ERITREA

 

Eine schwere Dürre hat in Eritrea zu einer massiven Nahrungsmittelkrise geführt. Das Land produziert selbst in guten Jahren nicht genug Nahrung für die gesamte Bevölkerung. Das hat dramatische Folgen: Die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren zeigt Wachstumsdefizite auf. Eritrea ist außerdem stark isoliert, Journalisten haben kaum Zugang. Hunderttausende fliehen, auch wegen dem zeitlich unbegrenzten Militärdienst, der zu leisten ist.

Karge Landschaft in Eritrea.

CARE und weitere Hilfsorganisationen arbeiten intensiv daran, Hilfe an schwierig zu erreichende Orte zu bringen. Um eine sinnvolle Veränderung zu bewirken, müssen alle Akteure zusammenarbeiten. Journalisten und Politiker, deren Stimmen von der Öffentlichkeit gehört werden, haben eine soziale und moralische Verantwortung, Krisen zur Sprache zu bringen, die ansonsten unbeachtet bleiben.

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Also available in English.

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So können Sie helfen:

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