Bäuerin Mary steht in ihrem Feld in Sambia.

VERGESSENE KRISEN

Suffering in Silence

Wenn es keinen Hashtag dazu gibt, ist es dann wirklich passiert? Im Zeitalter der sozialen Medien und der 24-stündigen Verfügbarkeit von Nachrichten ist diese Frage für viele zum Mantra geworden. Das, was wir über den Bildschirm, das Internet oder das Radio konsumieren, wird zu unserer Realität. Dinge, von denen wir nichts hören, existieren für uns nicht.
 
Im Jahr 2020 stellte COVID-19 unser Leben auf den Kopf. Das Virus traf jedes Land der Erde. Wir lernten, dass wir voneinander abhängig und miteinander verbunden sind. Aber die große Not vieler Menschen schaffte es trotzdem oftmals nicht in die Schlagzeilen oder unsere Feeds. Von Burundi bis Papua-Neuguinea: für viele Gemeinden war COVID-19 im letzten Jahr eine zusätzliche Bedrohung neben Hunger, Konflikten und der Klimakrise.

Bereits im fünften Folgejahr stellt CARE daher den Bericht „Suffering in Silence“  vor, um jene Krisen ins Rampenlicht zu rücken, die trotz ihrer gravierenden Auswirkungen nur sehr wenig Aufmerksamkeit erhielten. „Suffering in Silence“ ist ein Aufruf an die globale Gemeinschaft, Menschen, die kaum Aufmerksamkeit erhalten, zu helfen, für sie einzustehen und ihren Stimmen Gehör zu verleihen.

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Video: Zehn vergessene Krisen in 2020


1. BURUNDI

Umrisse von Burundi und Nachbarländern.

Burundi gehört zu den fünf ärmsten Ländern der Welt. Das Land ist stark auf die Landwirtschaft angewiesen, doch Naturkatastrophen, verschärft durch die Klimakrise, haben verheerende Folgen: Tausende Menschen werden immer wieder im eigenen Land entwurzelt und vertrieben. Über zwei Millionen Menschen in Burundi sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Schlagzeilen hat die Not keine gemacht.

Eine Frau in Burundi blickt sorgenvoll.

2. GUATEMALA

 

Die COVID-19-Pandemie hat in Guatemala die bereits bestehende Nahrungsmittelkrise verschlimmert: 10 Millionen Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Hinzu kommt, dass das Land besonders anfällig für Naturkatastrophen ist – langanhaltende Dürren und sintflutartige Regenfälle sorgen immer häufiger für Ernteausfälle. Die Situation ist dramatisch und doch hören oder lesen wir kaum etwas darüber.

 

3. ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK

 

Von der Welt vergessen: Schon vor COVID-19 lebten mehr als 71 Prozent der Bevölkerung in der Zentralafrikanischen Republik von umgerechnet 1,60 Euro am Tag. Nun folgt den jahrzehntelangen bewaffneten Konflikten, der Armut und den Naturkatastrophen, noch eine weltweite Pandemie. Die Menschen leiden, mehr als die Hälfte der Bevölkerung benötigt humanitäre Hilfe. Trotzdem wird kaum über das Land berichtet.

 

4. UKRAINE

 

Die Ukraine ist eines der ärmsten Länder Europas. Die COVID-19-Pandemie hat die prekäre Situation vielerorts zusätzlich verschärft: 3,4 Millionen Menschen in der Region Donbas benötigen humanitäre Hilfe. Viele von ihnen haben nur noch eingeschränkt Kontakt zu Basisdienstleistungen oder Märkten, auf die sie dringend angewiesen sind. Waldbrände zerstörten zusätzlich ganze Siedlungen und sexualisierte Gewalt gegen Frauen schnellte während der Quarantäne in die Höhe. Hier darf nicht weggeschaut werden!

 

5. MADAGASKAR

 

Jedes Jahr sind tausende Menschen in Madagaskar von Naturkatastrophen und Missernten betroffen, doch darüber wird in den Medien nur selten berichtet. Allein im Jahr 2020 gab es eine Vielzahl an Krisen: Überschwemmungen, Malaria, Denguefieber und Dürre. Diese Krisen, jetzt noch gepaart mit COVID-19, hatten vor allem eines zur Folge: Fast die Hälfte der madagassischen Kinder leidet unter verzögertem Wachstum, eine Folge von Mangel- und Unterernährung. Schlagzeilen bleiben trotz der Not aus.

 

CARE und weitere Hilfsorganisationen arbeiten intensiv daran, Hilfe an schwierig zu erreichende Orte zu bringen. Um eine sinnvolle Veränderung zu bewirken, müssen alle Akteure zusammenarbeiten. Journalisten und Politiker, deren Stimmen von der Öffentlichkeit gehört werden, haben eine soziale und moralische Verantwortung, Krisen zur Sprache zu bringen, die ansonsten unbeachtet bleiben.

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