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CARE-Helfer:innen verteilen Bargeldschecks an Geflüchtete und Dorfbewohner:innen im Tschad.

Bargeldhilfen

Bargeldhilfen sind finanzielle Unterstützungen für Menschen in Not, mit denen sie eigenverantwortlich ihre dringendsten Bedürfnisse decken können.

Bargeldhilfen sind finanzielle Unterstützungen für Menschen in Not, mit denen sie eigenverantwortlich ihre dringendsten Bedürfnisse decken können.

Was sind Bargeldhilfen?

Bargeldhilfen sind ein wichtiger Bestandteil der Nothilfemaßnahmen von CARE. Es handelt sich dabei um einmalige oder regelmäßige Bargeldvergaben an notleidende Menschen, die von Kriegen, Naturkatastrophen und Krisen betroffen sind. Durch Bargeldhilfen können Betroffene ihre dringendsten Bedürfnisse selbstständig decken und wahren auch in Notsituationen ihre Würde und Autonomie.

Besonders unmittelbar nach Katastrophen können Geldhilfen den Menschen vor Ort schnelle und direkte Unterstützung bieten. Sie bilden eine wichtige Ergänzung zur Nothilfe durch Sachleistungen. Bargeldhilfen von CARE kommen besonders Frauen und Mädchen in Krisengebieten zugute. 

 

Warum sind Bargeldhilfen in unserer Arbeit wichtig?

Eine Frau in Haiti mit Bargeldhilfe von CARE.

Selbstbestimmung der Empfänger:innen

Bargeldhilfen respektieren die Würde und Selbstbestimmung der Menschen, da sie ihnen erlauben, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Indem sie die Kontrolle über ihre finanziellen Ressourcen haben, fühlen sich die Empfänger:innen weniger abhängig. So können sie ihre Bedürfnisse auf die Weise erfüllen, die für sie am besten geeignet ist. Häufig werden Bargeldhilfen eingesetzt zum Kauf von

  • überlebensnotwendigen Medikamenten,
  • Material für den Wiederaufbau zerstörter Häuser nach Katastrophen,
  • sowie Lebensmitteln und Kochgeschirr.
Mann mit seinem Kind auf dem Arm in seinem Geschäft.

Stärkung der lokalen Wirtschaft

Wenn Menschen in Not Bargeld erhalten, trägt das auch dazu bei, die lokale Wirtschaft anzukurbeln. Die Empfänger:innen können das Geld für den Kauf von Waren und Dienstleistungen in ihrer Gemeinschaft verwenden, was den örtlichen Handel unterstützt und Arbeitsplätze schafft.

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen profitieren indirekt von der Bargeldhilfe. In Notlagen wie beispielsweise während oder nach einer Naturkatastrophe, können ihre Waren und Dienstleistungen dank Bargeldhilfen weiter Absatz finden. So wird gleichzeitig Arbeitslosigkeit und damit verbundener Armut und Ernährungsunsicherheit in Krisengebieten vorgebeugt.

Eine Frau im Jemen erhaelt Bargeldhilfe von einem CARE-Helfer, um zu überleben und sich Lebensmittel kaufen zu können.

Flexibler und effizienter Einsatz

Bargeld bietet den Empfänger:innen ein hohes Maß an Flexibilität und Autonomie, da sie selbst entscheiden können, wie sie es am besten nutzen. Sie können ihre individuellen Bedürfnisse priorisieren und die Mittel entsprechend einsetzen.

Der Verwaltungsaufwand und die Logistik, die mit der Beschaffung, Lagerung und Verteilung von Sachleistungen verbunden sind, können manchmal sehr umfangreich sein. Bargeldhilfen können hingegen schnell und effizient an Menschen in Not gelangen. Vor allem in Krisensituationen wie beispielsweise auf der Flucht ist das sehr entscheidend für eine effiziente Hilfe.

 

Existenzsicherung dank Bargeldhilfe

Taposhi übersteht die Flutkatastrophe

Taposhi aus dem kleinen Dorf Botla in Bangladesch lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter in einer bescheidenen Hütte am Ufer des Brahmaputra-Flusses. Durch die Zuspitzung der Klimakrise haben schwere Fluten in Taposhis Dorf zugenommen und gefährden das Leben und die Existenzgrundlage ihrer Familie. 

Im Jahr 2020 traf sie eine besonders schwere Flutkatastrophe. Taposhi hätte fliehen können, aber sie weigerte sich, ihr Zuhause und all ihr Hab und Gute zurückzulassen. Die Fluten beschädigten ihre Hütte stark und spülten Unmengen wertvollen Viehfutters fort. Zudem litt Taposhi unter gesundheitlichen Problemen und verlor ihr ungeborenes Baby. Zu diesem Zeitpunkt war die Familie nicht mehr in der Lage, sich mit Medikamenten, Lebensmitteln und Viehfutter zu versorgen.

Inmitten dieser schweren Krise erhielt Taposhi eine Bargeldhilfe von CARE, die ihr und ihrer Familie Hoffnung brachte. Mit dem Geld konnte Taposhi endlich wieder grundlegende Lebensmittel wie Reis, Hülsenfrüchte und Sojabohnen sowie lebenswichtige Medikamente und Viehfutter kaufen. Die finanzielle Unterstützung durch CARE gab Taposhi die Möglichkeit zurück, selbstbestimmt ihre Familie zu versorgen und Stück für Stück ihre Existenzgrundlage wieder aufzubauen

Eine Frau steht vor ihrer Huette, die durch die Bargeldhilfe von CARE wieder aufgebaut werden konnte, nach der Zerstörung durch die Flutkatastrophe.
Eine Frau kauft dank der Bargeldhilfe von CARE Lebenmittel fuer ihre Familie.

Bargeldhilfen für Frauen in Krisensituationen

Eine Frau in Vietnam steht in ihrem Feld, erhält Unterstützung von CARE und ist Unternehmerin.

Schutz vor Missbrauch

Frauen und Mädchen sind in Krisensituationen einem erhöhten Risiko von sexueller Gewalt oder finanzieller Ausbeutung ausgesetzt. Wenn sie Bargeldhilfen erhalten, werden damit ihre Handlungsspielräume erweitert, während mögliche Abhängigkeiten reduziert werden.

Frauen können so einfacher eigene Entscheidungen treffen, um sich zu schützen und ihre Sicherheit zu gewährleisten. Sie können beispielsweise für Unterkunft, Transport oder medizinische Versorgung bezahlen, ohne auf andere angewiesen zu sein, die möglicherweise ihre Situation ausnutzen.

Hilfe für Frauen und Mädchen

Eine Frau namens Berivan mit ihrer kleinen Tochter auf dem Arm in einer Notsituation vor ihrem Zelt.

Wiederherstellung von Lebensgrundlagen

Krisensituationen führen häufig dazu, dass Frauen ihre Lebensgrundlagen verlieren, sei es durch Vertreibung, den Verlust von Arbeit oder den Zusammenbruch der Infrastruktur. Häufig sind Mangelernährung, gesundheitliche Probleme und Armut die Folge. Müttern in Not fällt es schwer ihre Kinder zu versorgen, vor allem wenn diese krank sind, sie sich aber keine ärtzliche Versorgung leisten können.

Bargeldhilfen ermöglichen es Betroffenen, ihre Lebensgrundlagen wieder aufzubauen, indem sie beispielsweise Werkzeuge, Lebensmittel oder Saatgut kaufen können. Frauen und Mädchen in Notsituationen können so ihre Familien ernähren, Gesundheitsdienste bezahlen und ihre Existenz sichern. Durch die Bargeldhilfen können Frauen in Krisensituationen ihre Selbstständigkeit wiedererlangen und sich nach und nach wieder ein stabiles Leben aufbauen.

 

Eine schwangere Frau in Nepal in Not wird von einer Hebamme untersucht, die von CARE geschult wurde.

Gesundheit und Wohlbefinden

In Krisensituationen ist der Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung oft eingeschränkt. Mit Bargeld können Frauen und Mädchen medizinische Behandlungen, Medikamente oder Hygieneprodukte erwerben, die für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden notwendig sind. Das ist besonders wichtig für schwangere Frauen, stillende Mütter oder Frauen mit besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen.

Krisensituationen können außerdem erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Frauen und Mädchen haben. Mit Bargeldhilfen können sie den Zugang zu psychosozialer Unterstützung, Beratung oder Therapie finanzieren.

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So viele Menschen haben 2023 Bargeldhilfen erhalten

Neben materiellen Hilfsgütern stellt Bargeld als finanzielle Unterstützung eine wichtige Komponente dar. Es kann vielfältig eingestezt werden und entlastet die Menschen und die Wirtschaft vor Ort. Insgesamt haben 1,4 Millionen Menschen im Jahr 2023 Bargeldhilfen von CARE erhalten:

  • 595.000 Menschen in Ost- und Zentralafrika

  • 340.000 Menschen in Nahen und Mittleren Osten/Balkan

  • 238.000 Menschen in Westafrika

  • 172.000 Menschen in Asien/Pazifik

  • 40.000 Menschen in der Ukraine

  • 22.000 Menschen in Lateinamerika/Karibik

  • 1.000 Menschen im südlichen Afrika

Fragen und Antworten rund um Bargeldhilfen von CARE

Was sind Bargeldhilfen in der humanitären Arbeit von CARE Deutschland?

In der humanitären Arbeit von CARE sind Bargeldhilfen eine Form der direkten finanziellen Unterstützung für Menschen in Notlagen. Durch gezielte Geldtransfers können die Betroffenen ihre dringendsten Bedürfnisse selbstbestimmt decken, sei es für Nahrung, Unterkunft, medizinische Versorgung oder andere lebenswichtige Güter und Dienstleistungen. CARE legt geeignete Zahlungsmechanismen fest, um das Bargeld an die Begünstigten zu übermitteln. Dies kann über Banküberweisungen, mobile Geldbörsen, Prepaid-Karten oder andere elektronische Zahlungssysteme erfolgen. Die Wahl des Mechanismus hängt von der Verfügbarkeit und Infrastruktur vor Ort ab.

Die Vergabe von Bargeldhilfen kann einmalig oder in regelmäßigen Abständen innerhalb eines bestimmten Zeitraums stattfinden. Diese Art der Unterstützung ermöglicht den Menschen in Not eine größere Autonomie und trägt zur Stärkung der lokalen Wirtschaft bei.

 

Was sind die Vorteile von Bargeldhilfen?

Bargeldhilfen bieten den Betroffenen mehrere Vorteile gegenüber anderen Formen der humanitären Hilfe. Erstens ermöglichen sie den Menschen eine größere Wahlfreiheit, da sie selbst entscheiden können, wie sie das Geld am besten nutzen, um ihre dringendsten Bedürfnisse zu erfüllen. Dies fördert ihre Würde und Autonomie. Zweitens sind Bargeldhilfen flexibel einsetzbar. Die Empfänger:innen können das Geld an ihre individuellen Bedürfnisse und die örtlichen Gegebenheiten anpassen. Sie können es zum Beispiel für Nahrungsmittel, Unterkunft, medizinische Versorgung oder Bildung verwenden.

Die Flexibilität von Bargeld ermöglicht es den Menschen, ihre Ressourcen effizient und effektiv zu nutzen. Darüber hinaus können Bargeldhilfen auch die lokale Wirtschaft stärken. Wenn die Betroffenen das Geld vor Ort ausgeben, unterstützen sie lokale Geschäfte und Märkte, was wiederum zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur wirtschaftlichen Erholung beitragen kann. Schließlich ermöglichen Bargeldhilfen eine schnellere und kosteneffizientere Verteilung im Vergleich zu anderen Hilfsformen. Bargeldtransfers können relativ schnell umgesetzt werden, was besonders in akuten Notsituationen entscheidend ist. Darüber hinaus entfallen Kosten für den Transport und die Verteilung von materieller Hilfe wie Lebensmitteln oder Kleidung.

Wie gewährleistet CARE einen sicheren Einsatz der Bargeldhilfen?

Um einen sicheren Einsatz von Bargeldhilfen zu gewährleisten, hat CARE eine Reihe von Maßnahmen implementiert.

Zunächst führt CARE gründliche Bedarfsbewertungen in den betroffenen Gemeinschaften, ein sogenanntes Vulnerability Assessment, durch. Dadurch wird ermittelt, welcher Bedarf an Bargeldhilfen besteht und wie diese am effektivsten eingesetzt werden können. Bei Bedarf wird eine vertiefte Bewertung der potentiellen Teilnehmenden des Bargeldhilfe-Programms durchgeführt. Durch diese sorgfältige Analyse wird sichergestellt, dass das Geld dort eingesetzt wird, wo es am dringendsten benötigt wird. Bargeldhilfen werden für Menschen in Not ausgestellt, damit diese ihre Grundbedürfnisse decken und ihre Existenzgrundlage sichern können. Darüber hinaus können durch Bargeldhilfen psychosoziale Unterstützung, Bildung, Rechtsberatung, Gesundheitsdienste und Berufsausbildungen finanziert werden. Sind die Kriterien für eine Teilnahme am Bargeldhilfe-Programm erfüllt, erhalten ausgewählte Einzelpersonen finanzielle Unterstützung. Der Prozess wird je nach Land und den dortigen Möglichkeiten angepasst und kontrolliert. Die Vergabe erfolgt nach einem Schritt-für-Schritt-Plan, der von CARE-Teams ausgearbeitet und bei Bedarf adaptiert wird.

Durch diese umfassenden Maßnahmen gewährleistet CARE einen sicheren Einsatz von Bargeldhilfen und trägt dazu bei, dass das Geld effektiv und verantwortungsvoll eingesetzt wird, um den Bedürfnissen der Menschen in Not gerecht zu werden.

Wie tragen Bargeldhilfen zur Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von humanitären Maßnahmen bei?

Bargeldhilfen tragen wesentlich zur Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von humanitären Maßnahmen bei. Indem den Betroffenen direkte finanzielle Unterstützung gewährt wird, ermöglichen sie eine bedarfsorientierte Hilfe, die den individuellen Bedürfnissen und lokalen Gegebenheiten gerecht wird.

Bargeldhilfen tragen nachhaltig zur Stärkung der lokalen Wirtschaft bei. Wenn das Geld vor Ort ausgegeben wird, unterstützt es lokale Geschäfte und Märkte, was zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Wiederbelebung der Wirtschaft beiträgt. Humanitäre Finanzhilfen fördern zudem die Nachhaltigkeit von humanitären Maßnahmen. Indem die Menschen befähigt werden, ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen, werden sie weniger abhängig von externer Hilfe. Dies ermöglicht eine langfristige Stärkung der Resilienz und Selbstversorgungsfähigkeiten der Gemeinschaften.

 

Was können die Betroffenen mit den erhaltenen Bargeldhilfen tun?

Die Betroffenen haben die Freiheit und Flexibilität, die erhaltenen Bargeldhilfen gemäß ihren individuellen Bedürfnissen einzusetzen. Mit dem Geld können sie ihre dringendsten Bedürfnisse adressieren und verschiedene Maßnahmen ergreifen, um ihre Lebensumstände zu verbessern. Dazu gehören unter anderem die Deckung grundlegender Bedürfnisse wie Nahrung, Trinkwasser und Unterkunft. Sie können das Geld auch für den Zugang zur Gesundheitsversorgung verwenden, sei es für medizinische Behandlungen, Arzneimittel oder den Besuch von Gesundheitseinrichtungen. Bildung und Ausbildung sind weitere Bereiche, in denen die Betroffenen das Geld investieren können, sei es für Schulgebühren, Schreibmaterialien oder den Schulbesuch ihrer Kinder. 

Darüber hinaus können sie das Bargeld für den Wiederaufbau von Häusern oder zur Existenzsicherung nutzen, beispielsweise für den Kauf von Baumaterialien oder den Start kleiner Geschäfte. Schutz und Sicherheit sind ebenfalls wichtige Aspekte, für die die Betroffenen das Geld verwenden können, beispielsweise bei der Deckung von Unterkunftskosten. Letztentlich haben die Betroffenen durch Bargeldhilfen die Möglichkeit, selbstbestimmt ihre Lebensbedingungen zu verbessern oder wieder aufzubauen.

 

Warum sind Bargeldhilfen oftmals besser als Sachspenden?

Bargeldhilfen sind oft besser als Sachspenden, da sie den Betroffenen mehr Autonomie und Wahlfreiheit ermöglichen. Sie können ihre dringendsten Bedürfnisse selbstbestimmt decken, anstatt auf vorgegebene Sachspenden angewiesen zu sein. Bargeldhilfen fördern zudem die lokale Wirtschaft, sind kosteneffizienter und ermöglichen eine schnellere Hilfeleistung. Sie tragen zur langfristigen Nachhaltigkeit bei, da sie die Eigenständigkeit der Betroffenen stärken und sie weniger abhängig von externer Unterstützung machen.