Bonn, 6. November 2025. Zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen steht das 1,5-Grad-Ziel auf der Kippe. Die internationale Hilfsorganisation CARE warnt: Die Klimakrise trifft bereits heute Millionen Menschen, insbesondere Frauen und Mädchen, mit voller Wucht. Hitzewellen, Überschwemmungen und Waldbrände zerstören Lebensgrundlagen weltweit. Zur COP30 in Belém fordert CARE deshalb endlich einen Wendepunkt für wirkliche Klimagerechtigkeit.  

CARE appelliert eindringlich an die Industrieländer, ihrer historischen Verantwortung gerecht zu werden und noch mehr konkrete Schritte nach vorne für mehr Klimagerechtigkeit zu unternehmen: durch verlässliche Zuschüsse für Verluste und Schäden, eine Verdreifachung der Finanzierung für Anpassungsmaßnahmen, den vollständigen Ausstieg aus fossilen Energien, den gemeindebasierten Ausbau erneuerbarer Energien sowie einen Gender-Aktionsplan, der Geschlechtergerechtigkeit in der Klimapolitik fest verankert. 

„Zehn Jahre nach Paris kürzen Industrieländer ihre Hilfen, frisieren Zahlen und deklarieren Projekte mit minimalem Anpassungsanteil als Klimafinanzierung“, kritisiert John Nordbo, Senior Advisor für Klimawandel bei CARE Dänemark. „Viele Mittel kommen als Kredite statt als Zuschüsse und fließen oft über Rückzahlungen wieder an die Geber zurück. Die COP30 muss gerechte, öffentliche Finanzierung liefern, nicht weitere Rechnungen für jene, die schon den höchsten Preis zahlen.“ 

Milliarden fehlen für Anpassung und Schäden 

„Bis zu 300 Milliarden US-Dollar jährlich werden für Anpassungsmaßnahmen benötigt. Die derzeitigen Mittel reichen jedoch bei Weitem nicht aus“, sagt Marlene Achoki, Global Policy Lead für Klimagerechtigkeit bei CARE International. „Gemeinden brauchen Schutz vor Überschwemmungen, Ernteausfällen und wachsender Armut. Die COP30 wird nur dann erfolgreich sein, wenn sie konkrete Mittel für lokale Maßnahmen bereitstellt.“ 

Auch der Fonds für Verluste und Schäden sei bislang unzureichend ausgestattet, ergänzt Obed Koringo, Policy Advisor bei CARE Dänemark: „Die vorhandenen 788 Millionen US-Dollar stehen Hunderten Milliarden benötigter Mittel gegenüber. Das ist, als wolle man eine Flut mit einem Eimer aufhalten.“ 

1,5 Grad und Geschlechtergerechtigkeit sichern 

„Die COP30 muss das 1,5-Grad-Versprechen einlösen“, fordert Mrityunjoy Das, stellvertretender Direktor für Klimaschutzmaßnahmen bei CARE Bangladesch. Dazu gehören der vollständige Ausstieg aus fossilen Energien, der Schutz von Ökosystemen und der Aufbau widerstandsfähiger Ernährungssysteme. 

Kerime van Opijnen, Policy Advisor für Gleichstellung bei CARE Niederlande, betont: „Frauen und Mädchen sind zentrale Akteurinnen im Kampf gegen die Klimakrise. Doch ihre Beiträge bleiben unterfinanziert und zu wenig anerkannt. Die COP30 muss einen mutigen, ausreichend ausgestatteten Gender-Aktionsplan verabschieden, der die gleichberechtigte und sichere Teilhabe von Frauen garantiert und insbesondere frauengeführte Organisationen stärkt.“ 

Alle Forderungen und Handlungsempfehlungen finden Sie im COP30-Positionspapier von CARE.  

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