Explosion in Beirut zerstörte den Hafen und Teile der Stadt

Explosion in Beirut

Die katastrophale Explosion im Hafen von Beirut verschlimmert die ohnehin dramatische Lage im Libanon zusätzlich. So läuft jetzt die CARE-Hilfe.

CARE zeigt sich schockiert angesichts der schrecklichen Ereignisse in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Am 04. August 2020 ereignete sich im Hafen der Stadt eine gewaltige Explosion, durch die nach bisherigem Stand über 135 Menschen starben und 6.000 verletzt wurden. Die verheerende Explosion in Beirut hat den Großteil des Hafens und zahllose Gebäude und Wohnungen in den umliegenden Stadtgebieten zerstört. Mehr als 300.000 Menschen sind schlagartig obdachlos geworden

„Von meiner Stadt Beirut ist nichts mehr übrig, außer ihren Bewohnern. Sie haben gelernt zu überleben und widerstandsfähig zu sein. Aber angesichts des Ausmaßes dieser Katastrophe wird Widerstandsfähigkeit allein nicht ausreichen: Wir brauchen Hilfe“, warnt Patricia Khoder, Sprecherin für CARE im Libanon.

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Durch die Explosionen im Hafen wurden zentrale Nahrungsmittellager zerstört. Der Hafen von Beirut ist für die meisten Importe und Lieferungen von Gütern wie Nahrungsmitteln in den Libanon und das benachbarte kriegszerstörte Syrien von entscheidender Bedeutung. "80 Prozent der internationalen Lieferungen, die in den Libanon kamen, kamen über den Hafen von Beirut und existieren nun nicht mehr", sagt Bujar Hoxha, CARE-Länderdirektor im Libanon. Da Beirut der Haupthafen für Lieferungen nach Syrien war, hat die Explosion auch für die Bevölkerung Syriens dramatische Konsequenten. Über den Ausweichhafen Tripolis können nur etwa 30 Prozent der benötigten Waren den Libanon und seine Nachbarländer erreichen. Die langfristigen Auswirkungen der Explosion in Beirut sind damit verheerend, nicht nur für den Libanon, sondern für die gesamte Region.

Bitte unterstützen Sie die Menschen in Beirut in dieser akuten Notlage mit Ihrer Spende!

Der Libanon leidet derzeit ohnehin unter einer gravierenden Finanz- und Wirtschaftskrise, die durch die Corona-Pandemie noch verstärkt wird. 50 Prozent der libanesischen Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze und können sich Grundnahrungsmittel aufgrund der Inflation und bestehenden Wirtschaftskrise im Land kaum mehr leisten. Die Inflation hat ein Rekordniveau erreicht und die durch die Explosion in Beiruts Hafen zusätzlich entstehende Nahrungsmittelknappheit treibt die ohnehin steigenden Preise weiter in die Höhe. Es droht eine Hungerkatastrophe.

"Wir dachten schon, es könnte nicht mehr schlimmer werden. Beirut, das sich bereits am Rande des Abgrunds befand, hat ihn offenbar am 4. August 2020 überschritten. Es ist ein echter Alptraum“, sagt Hoxha. Auch die Auswirkungen der Explosion in Beirut auf die psychische Gesundheit der Menschen im Libanon darf nicht unterschätzt werden. "Hier leben sehr viele Geflüchtete aus anderen Ländern. Unter ihnen sind Traumata und Schock, ausgelöst durch Verluste, Gewalterfahrungen und wirtschaftliche Not ohnehin weit verbreitet”, ergänzt Hoxha. Der Libanon war bereits vor den Explosionen in Beirut mit einer dreifachen Krise konfrontiert: Auf die Wirtschafts- und Nahrungsmittelkrise folgte eine Krise des Gesundheitssystems, ausgelöst durch COVID-19. CARE macht sich in dieser Notsituation besondere Sorgen um weibliche Geflüchtete und Migrantinnen und ruft die internationale Gemeinschaft zu ihrem Schutz auf.

CARE unterstützt seit vielen Jahren die libanesische Bevölkerung mit Hilfsprojekten. Diese Unterstützung ist jetzt mehr denn je gefragt. Aktuell bereiten Teams vor Ort alles vor, um der Bevölkerung nach der zerstörerischen Explosion schnellstmöglich und koordiniert zu helfen: mit psychosozialer Unterstützung sowie mit Notunterkünften und Wiederaufbaumaßnahmenfür obdachlos gewordene Familien. Die ersten Überlebens-CARE-Pakete, die Nahrung und Trinkwasser enthalten, sind bereits verteilt. Um nachhaltig unterstützen zu können brauchen wir weiterhin Hilfe.

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