
Der Syrienkonflikt brachte das Nachbarland Jordanien in große Not: Über 564.000 syrische Flüchtlinge suchen aktuell in dem kleinen Land Schutz und Hilfe.
Der Syrienkonflikt brachte das Nachbarland Jordanien in große Not: Über 564.000 syrische Flüchtlinge suchen aktuell in dem kleinen Land Schutz und Hilfe.
Der Großteil der geflüchteten syrischen Familien in Jordanien suchen Schutz jenseits der beiden großen Flüchtlingscamps Azraq und Zataari. Sie leben in angemieteten Zimmern, Rohbauten, Baracken, in Zelten oder leerstehenden Garagen. Immer mehr Familien und Haushalte werden von Frauen geführt; die Sorge um die Kinder und ältere Familienmitglieder sowie die Suche nach Einkommensmöglichkeiten schaffen zusätzliche Belastungen für sie. Kinder und Jugendliche leiden besonders unter der aussichtlos erscheinenden Situation. Die meisten sind seit Beginn des Krieges in Syrien nicht mehr zur Schule gegangen. Anstatt in einer geschützten Umgebung mit Gleichaltrigen zu lernen und zu spielen, müssen sie arbeiten, um ihre Familien finanziell zu unterstützen.
Die aktuelle Konfliktsituation im gesamten Nahen Osten hat auch Auswirkungen auf die Menschen in Jordanien. So berichtet Najati Al Huneidi, Programm-Manager bei CARE Jordanien: „Seit die Spannungen in der Region zugenommen haben, bemerke ich deutlich mehr Ängste und Unsicherheit bei den Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten. Die Familien machen sich nicht nur um ihre unmittelbaren Grundbedürfnisse Sorgen, sondern auch um die Auswirkungen der anhaltenden Instabilität auf ihre Sicherheit, ihr Wohlergehen und ihre Zukunft. Selbst Menschen in der Region, die nicht direkt in den Konflikt verwickelt sind, spüren dessen Auswirkungen in Form von Angst, Stress und Unsicherheit dennoch tiefgreifend.“
CARE unterhält Beratungs- und Betreuungszentren, leistet materielle und finanzielle Hilfe für arme Geflüchtete und einheimische Familien und kümmert sich besonders um traumatisierte Kinder.
Mit Ihrer Spende für Jordanien setzen wir diese wichtige Hilfe fort.

Durch Bargeldhilfen an Familien werden Kinder der ärmsten Familien in Amman, Irbid, al-Mafraq, Zarqa und al-Azraq aus illegalen Arbeitsverhältnissen gelöst und zurück in die Schule geschickt, wo sie Bildung, Sicherheit und soziale Kontakte zu Gleichaltrigen erleben können. CARE-Helfer:innen unterstützen Erwachsene vor Ort durch Notfallhilfe, Beratung und Informationsvermittlung sowie die Förderung von psychosozialen und Freizeitaktivitäten. So treten wir der Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit entgegen und ermöglichen diesen Menschen, die so viel Schreckliches erlebt haben, eine Chance auf einen Neuanfang und eine bessere Zukunft.

CARE unterstützt im Flüchtlingscamp Azraq syrische Geflüchtete durch Ausbildungsmaßnahmen und Finanzhilfen bei der Gründung von Start-ups. Wir führen Geschäfts- und Ausbildungstrainings durch, statten Auszubildende mit grundlegenden Handwerks- und Verbrauchsmaterialien wie Nähmaschinen, Stoff, Feindraht etc. aus, geben Finanzhilfen von 100 bis 500 Jordanischen Dinar (ca. 120 bis 600 Euro) und unterstützen bei der Schaffung von Vermarktungsmöglichkeiten für die hergestellten Produkte. So verbessert CARE nachhaltig die wirtschaftlichen Perspektiven und die Unabhängigkeit der Geflüchteten. Besonders Frauen stehen im Mittelpunkt der CARE-Hilfe.

Vor zwölf Jahren, am 30. April 2014, wurde das Flüchtlingscamp Azraq im Herzen der jordanischen Wüste eröffnet. Aysha Mousa war eine der ersten, die dort nach ihrer Flucht vor dem Krieg in Syrien Schutz suchte. Sie erreichte das Camp schwanger, zusammen mit ihren drei Kindern und ihrem Mann. „Auf der Flucht mussten wir alles zurücklassen. Zwar hatten wir jetzt ein Dach über unserem Kopf, aber schlafen mussten wir auf sehr dünnen Matratzen direkt auf dem Schotterboden“, erzählt sie.
In den letzten sechs Jahren haben Aysha und ihre Kinder das Camp kein einziges Mal verlassen. „Am schrecklichsten ist es für meinen jüngsten Sohn. Er wurde in diesem Camp geboren, er hat nie ein Leben außerhalb des Stacheldrahtzauns kennengelernt“, sagt Aysha betrübt. „Manchmal versuche ich ihm zu erklären, wie unser Leben vor dem Krieg aussah. Ich erzähle ihm von unserem Haus, von der prachtvollen, grünen Natur und den vielen Dingen, die er noch nie gesehen und erlebt hat.“
Seit der Entstehung des Camps hat sich einiges verbessert. Die Hütten wurden erweitert und mit einer Küche und Elektrizität ausgestattet. „Das hat unser Leben verändert!“, erinnert sich Aysha. Trotzdem hofft sie, dass sie das Camp bald verlassen kann. „Ich wünschte, ich würde eine Arbeit finden. Dann hätten wir wieder Geld und könnten selbstständig leben. Alles was ich will, ist ein Leben in Würde für mich und meine Familie.“
Mit ihrer Spende unterstützt CARE syrische Familien im Flüchtlingscamp Azraq.


