Nothilfe in Libanon

CARE-Nothilfe im Libanon

Beirut: Nothilfe nach der Explosion

Am 04. August 2020 ereignete sich in der libanesischen Hauptstadt Beirut eine gewaltige Explosion. Nach dem bisherigen Stand starben über 220 Menschen, 6.500 wurden verletzt und mindestens 110 Menschen werden vermisst. Die verheerende Explosion hat den Großteil des Hafens und zahllose Gebäude und Wohnungen in den umliegenden Stadtgebieten zerstört. Mehr als 300.000 Menschen sind schlagartig obdachlos geworden. CARE zeigt sich schockiert angesichts der schrecklichen Ereignisse in der libanesischen Hauptstadt Beirut und ist seit Anfang mit der Nothilfe-Teams vor Ort.

Der Libanon leidet derzeit ohnehin unter einer gravierenden Finanz- und Wirtschaftskrise, die durch die Corona-Pandemie noch verstärkt wird. 50 Prozent der libanesischen Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze und können sich Grundnahrungsmittel aufgrund der Inflation und bestehenden Wirtschaftskrise im Land kaum mehr leisten. Die Inflation hat ein Rekordniveau erreicht und die durch die Explosion in Beiruts Hafen zusätzlich entstehende Nahrungsmittelknappheit treibt die ohnehin steigenden Preise weiter in die Höhe. Es droht eine Hungerkatastrophe. CARE unterstützt seit vielen Jahren die libanesische Bevölkerung mit Hilfsprojekten.

Bitte unterstützen Sie die Menschen in Beirut in dieser akuten Notlage mit Ihrer Spende!


So können Sie nach der Explosion in Beirut helfen


30 Euro

Mit 30 Euro versorgen Sie zwei Familien
mit einer warmen Mahlzeit


65 Euro

Mit 65 Euro schenken Sie vier Familien
Überlebens-CARE-Pakete,
die Nahrung und Trinkwasser enthalten 

210 Euro

Für 210 Euro können Betroffene
nach der Explosion mit psychosozialer
Hilfe
versorgt werden


„Wir dachten schon, es könnte nicht mehr schlimmer werden.“

Explosion in Beirut

Durch die Explosionen im Hafen wurden zentrale Nahrungsmittellager zerstört. Der Hafen von Beirut ist für die meisten Importe und Lieferungen von Gütern wie Nahrungsmitteln in den Libanon und das benachbarte kriegszerstörte Syrien von entscheidender Bedeutung. „80 Prozent der internationalen Lieferungen, die in den Libanon kamen, kamen über den Hafen von Beirut und existieren nun nicht mehr“, sagt Bujar Hoxha, CARE-Länderdirektor im Libanon. Da Beirut der Haupthafen für Lieferungen nach Syrien war, hat die Explosion auch für die Bevölkerung Syriens dramatische Konsequenten. Über den Ausweichhafen Tripolis können nur etwa 30 Prozent der benötigten Waren den Libanon und seine Nachbarländer erreichen. Die langfristigen Auswirkungen der Explosion in Beirut sind damit verheerend, nicht nur für den Libanon, sondern für die gesamte Region.

„Wir dachten schon, es könnte nicht mehr schlimmer werden. Beirut, das sich bereits am Rande des Abgrunds befand, hat ihn offenbar am 4. August 2020 überschritten. Es ist ein echter Alptraum“, sagt Hoxha.

Auch die Auswirkungen der Explosion in Beirut auf die psychische Gesundheit der Menschen im Libanon darf nicht unterschätzt werden. „Hier leben sehr viele Geflüchtete aus anderen Ländern. Unter ihnen sind Traumata und Schock, ausgelöst durch Verluste, Gewalterfahrungen und wirtschaftliche Not ohnehin weit verbreitet”, ergänzt Hoxha. Der Libanon war bereits vor den Explosionen in Beirut mit einer dreifachen Krise konfrontiert: Auf die Wirtschafts- und Nahrungsmittelkrise folgte eine Krise des Gesundheitssystems, ausgelöst durch COVID-19.


DIE ERSTE CARE-ÜBERLEBENSHILFE NACH DER EXPLOSION

Aufräumungsarbeiten
Viele Teams haben bereits direkt nach der Explosion mit den Aufräumungsarbeiten begonnen. Die Straßen von Beirut sind immer noch schwer passierbar. Überall liegt Glas und teilweise blockieren auf den Straßen liegende Bäume und kaputte Autos die Wege. 

Überlebens-CARE-Pakete
CARE ist eine der Hilfsorganisationen, die nach der Explosion den am schwersten betroffenen Menschen mit der ersten Lebensmittelverteilung hilft. CARE-Hilfskräfte verteilen Überlebens-CARE-Pakete und Wasser an die bedürftigsten Familien.

Verteilung von warmem Essen
Unmittelbar nach der Explosion verteilen CARE-Teams vor Ort neben CARE-Lebensmittelpaketen auch warme Mahlzeiten an tausende Menschen im Bezirk Achrafieh. Die Mahlzeiten bestehen u.a. aus Hummus, Reis und Tahini.

Psychosoziale Unterstützung
CARE ermöglicht den betroffenen Menschen in Beirut mit Sozialarbeitern zu sprechen, die psychosoziale Unterstützung anbieten. Denn tausende von Menschen haben aufgrund der Explosion und der bestehenden Wirtschaftskrise mit Traumata und Stress zu kämpfen. 

CARE verteilt warme Mahlzeiten in Beirut

WIE HILFT CARE LANGFRISTIG?

Nach der ersten Überlebenshilfe wird CARE 100.000 Menschen langfristig beim Wiederaufbau unterstützen.

Dieser erfolgt in drei, teils parallel laufenden Phasen über drei Jahre hinweg:

CARE verteilt Lebensmittel-Pakete in Beirut

Überlebenshilfe

Direkt nach der Katastrophe versorgt CARE 20.000 Personen mit Nahrungs-CARE-Paketen und warmen Mahlzeiten. Parallel unterstützt CARE die lokalen Krankenstationen bei der Behandlung von Verletzten, und hilft 2.500 Menschen in größter Not mit überbrückender Bargeldhilfe. Mit psychosozialer Hilfe, Traumaarbeit und Schutzprogrammen für Mädchen und Frauen möchte CARE im ersten Schritt 3.000 Menschen erreichen.

CARE-Mitarbeiterin redet mit zwei Jungen in Beirut

Übergangshilfe

Weiter wird CARE 20.000 Familien über Bargeldhilfen beim Wiederaufbau unterstützen. 30.000 Menschen erhalten Hygiene-Pakete und Materialien, um sich vor Krankheiten wie z.B. COVID-19 zu schützen. Die Trauma- und Schutzprogramme wird CARE 24.000 Menschen zugänglich machen und 250 Lebensmittel- und Bäckerläden im Katastrophengebiet bei der Wiedereröffnung und Versorgung der Bevölkerung unterstützen.

Betroffen nach der Explosion in Beirut bekommen Hilfe von CARE

Wiederaufbauphase

Langfristig wird CARE in den kommenden drei Jahren 11.900 Familien bei der Instandsetzung ihres Wohnraums unterstützen und 500 Kleinunternehmen Starthilfe bei der Wiederaufnahme ihrer für die Bevölkerung wichtigen Dienstleistungen geben, um die lokale Wirtschaft und Versorgungsinfrastruktur zu stützen.


CARE fordert SCHUTZ FÜR WEIBLICHE GEFLÜCHTETE & MIGRANTINNEN im Libanon

Geflüchtete lebten im Libanon bereits vor der Explosion in Beirut unter schweren Bedingungen. CARE sorgt sich um tausende Geflüchtete und Migranten, insbesondere um Frauen und Mädchen unter ihnen

„Rund 20 Prozent der Bevölkerung im Libanon sind Geflüchtete, aktuell leben über 200.000 von ihnen in Beirut, die meisten kommen aus Syrien“, erklärt Bujar Hoxha, CARE-Länderdirektor im Libanon. „Bereits vor der Explosion litten Geflüchtete am meisten unter der schweren ökonomischen Krise, in der sich das Land befindet. Viele lebten in temporären Unterkünften. Ohne ein geregeltes Einkommen waren sie nicht mehr in der Lage, sich teurere Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs zu kaufen.“

Laut einer kürzlich von CARE veröffentlichten Studie ist die Armutsrate bei syrischen Haushalten im Libanon seit 2019 um 73 Prozent gestiegen. Viele Familien leiden unter Nahrungsmittelunsicherheit, den meisten von ihnen fehlt eine soziale Absicherung. Im Libanon leben auch über 250.000 Arbeitsmigranten, eine große Zahl von ihnen arbeitet im Hafen von Beirut oder in umliegenden Fabrikgebäuden. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen dem Hafen und den Fabriken von Quarantina 47 syrische Arbeiter aufgrund der Explosion ums Leben kamen. Auch tausende Hausangestellte trifft die Katastrophe schwer. Die meisten von ihnen sind Frauen, die aus dem Ausland kommen und vollständig von der Willkür ihrer Arbeitgeber abhängig sind. Bereits vor der Explosion wurden viele ohne Absicherung auf die Straße gesetzt, weil ihre Arbeitgeber sie aufgrund der Inflation nicht mehr bezahlen konnten.

„Wir sorgen uns vor allem um weibliche Geflüchtete und Migrantinnen, die oft keine Rechtsberatung erhalten, weil ihr rechtlicher Status ungeklärt ist. Das macht sie anfälliger für Gewalt, die oft nicht gemeldet wird“, fügt Thomas Rottland, Referent für den Nahen Osten bei CARE Deutschland, hinzu. 

Migranten und Geflüchtete nach der Explosion in Beirut

Ja, ich werde Förderer!

Ja, ich möchte die CARE eNews!

nach oben