Die schlimmste Heuschreckenplage seit Jahrzehnten in Ostafrika, Südostasien und Jemen

Heuschreckenplage: Gefahr und Folgen

Schlimmste Heuschreckenplage seit Jahrzehnten

Milliarden Heuschrecken ziehen aktuell durch Ostafrika, Südwestasien und die Arabische Halbinsel. Alle paar Jahre treten kleinere Schwärme in bestimmten Gebieten auf. Dieses Jahr kam es aber zu einem der schlimmsten Ausbrüche der Heuschreckenplage seit Jahrzehnten.

Die Heuschreckenschwärme zerstören Ernten und führen bei Millionen von Menschen zu einer kritischen Nahrungsmittelversorgung. Die Kombination aus Konflikten, Dürren in den Ländern und der Coronavirus-Pandemie führen mit dem ungeheuren Strom an Heuschrecken zu einer humanitären Krise drastischen Ausmaßes.

Ihre Spende hilft den Menschen in den betroffenen Ländern!

Jetzt spenden


Was versteht man unter einer Heuschreckenplage?

Durch Massenvermehrung von Heuschrecken kommt es zu zerstörerischen Heuschreckenschwärmen

Heuschreckenplage - was ist damit gemeint?

Heuschrecken sind Insekten und es gibt mehr als 28.000 Heuschreckenarten. Sie kommen weltweit in allen terrestrischen Lebensräumen und mit wenigen Arten auch im Süßwasser vor. Sie ernähren sich hauptsächlich von Pflanzen und neigen zu Massenvermehrung. Besonders stark kommt es zu einer Massenvermehrung, wenn viele Heuschrecken gleichzeitig an einem Ort ein reiches Nahrungsangebot vorfinden. Die sonst einzeln lebenden Insekten bilden sich dort zu riesigen Heuschreckenschwärmen. Durch den ständigen Berührungskontakt wird der Botenstoff Serotonin ausgeschüttet. Die Larven werden in einen Erregungszustand versetzt und verändern ihr Aussehen und Verhalten. Deswegen sind einzelne Insekten grün und die Heuschreckenschwärme gelb-braun gemustert.

So verwandeln sich die einzelnen harmlosen Insekten in einen zerstörerischen Schwarm. Heuschreckenschwärme können an einem Tag mehr als 130 km weit fliegen und können Gebiete mit einer Breite von bis zu 250 km abdecken. 


Verbreitung der Heuschrecken

Wo ist die Heuschreckenplage aktuell und wie oft kommt es dazu?

Alle paar Jahre kommt es zu einer Ansammlung von kleineren Heuschneckenschwärmen in Gebieten Afrikas. Dieses unregelmäßige Auftreten macht es schwierig, die Insekten zu beobachten und ihr Verhalten zu analysieren, um Informationen für ihre Bekämpfung zu sammeln. 2020 gab es beispielsweise in Somalia und Äthiopien so viele große Heuschreckenschwärme wie seit 25 Jahren nicht mehr. Das erschwert, Regelmäßigkeiten festzustellen und sich darauf vorzubereiten. Umso größer ist die Bedrohung, wenn es zu solchen riesigen Schwärmen kommt.

Die Heuschreckenplage hat bisher weltweit 23 Länder erreicht. Darunter sind Länder in Südwestasien, wie z.B. Afghanistan und Pakistan betroffen und Länder in Afrika wie Kenia, Äthiopien, Somalia und Südsudan. In den letzten sechs Monaten hat sich die Anzahl der Heuschrecken um das 400-fache erhöht. Auch die Arabische Halbinsel bzw. den Jemen haben sie erreicht. Dort tauchten sie bereits 2018 infolge starker Regenfälle auf. Die dortigen extremen Wetterereignisse haben den Insekten ideale Brutbedingungen geschaffen.

Heuschreckenplage erreichte weltweit 23 Länder

Gefahr durch die Heuschreckenplage

Heuschreckenplage bedroht Lebensgrundlage Menschen in Äthiopien

Warum ist eine Heuschreckenplage gefährlich?

Die Heuschreckenschwärme breiten sich exponentiell aus und zerstören die ohnehin schon durch Klimakrise betroffen Ernten in Ostafrika, Südwestasien und im Jemen. Millionen Menschen verlieren Pflanzen, die der Hauptbestandteil ihrer Nahrung ist. Ebenso bleiben kaum Samen übrig, um sie später wieder zu pflanzen. Millionen Menschen stehen kurz vor einer katastrophalen Hungerkrise. Das hat negative Folgen für die Wirtschaft und beeinträchtigt den Lebensunterhalt von vielen Gemeinden. Die Heuschreckenplage bringt außerdem erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich. Die Heuschreckenschwärme werden mit Chemikalien bekämpft und Menschen müssen darüber aufgeklärt werden, wie gefährlich diese sind und dass sie den Kontakt damit vermeiden sollen.

Die durch Heuschreckeninvasion verursachte Nahrungsmittelknappheit übt insbesondere Druck auf Frauen und Kinder aus. Frauen und Mädchen sind ohnehin schon diejenigen, die sich um Landwirtschaft oder häusliche Arbeiten wie Kochen, Kinder- und Krankenbetreuung kümmern. Nun lastet auf ihren Schultern auch noch die Ernährungsunsicherheit. Durch die Folgen der Heuschreckenplage sind es oft sie, die die am wenigsten essen und dies führt zu starker Unterernährung. Die Situation in den betroffenen Ländern verschlechtert sich rasant aufgrund der kombinierten Auswirkungen der Coronavirus-Ausgangssperre, der Konflikte und der Auswirkungen des Klimawandels.

Mit Ihrer Spende helfen Sie Menschen in den betroffenen Ländern!

Jetzt spenden


Folgen der Heuschreckenplage

Heuschreckenplage gefährdet Menschen in Somalia

Ostafrika

Ostafrika ist das Epizentrum der aktuellen Heuschreckenkrise. Die Heuschreckenplage dort zeigt dramatische Auswirkungen vor allem für die Landwirtschaft. In Äthiopien, Kenia, Somalia, Südsudan und Sudan sind bereits über 25 Millionen Menschen von Hunger und Ernährungsunsicherheit betroffen. Viele Menschen im Osten Afrikas haben bereits jetzt wegen früherer Dürren und Überschwemmungen nicht genug Nahrung und die Coronakrise hat die Lage nochmals verschärft.

Wenn die Heuschreckenschwärme nicht erfolgreich angehalten werden, gehen noch mehr Ernten verloren und die Lebensgrundlage von Millionen Menschen wird weiter beeinträchtigt. Die aktuelle Lage und die aktive Bedrohung durch das tödliche Coronavirus setzen alle Menschen massiv in Gefahr.

Heuschreckenplage mit der Coronakrise stelle Menschen im Jemen vor einer humanitären Krisen

Die Arabische Halbinsel

Von Ostafrika haben riesige Heuschreckenschwärme die arabische Halbinsel erreicht. Ihrer Vermehrung haben anhaltende Regenfälle in der Region in den vergangenen Monaten verstärkt. Besonders im Jemen schädigen Insekten Ackerland. Dort herrschen seit mehr als fünf Jahren Konflikte und geschätzte 80 Prozent der Bevölkerung sind bereits jetzt auf humanitäre Hilfe angewiesen. Millionen Menschen fehlt der Zugang zu Lebensmitteln, Wasser, Bildung und aktuell so wichtiger medizinischer Versorgung.

Die Heuschreckenplage in der Kombination mit der Coronavirus-Pandemie stellen Millionen von Menschen dort vor einer der schlimmsten humanitären Krisen weltweit. Sollten die Heuschrecken noch weiter großflächig auf der arabischen Halbinsel unterwegs sein, könnte es dort zu einer Hungerkatastrophe kommen.

Frauen können durch die Heuschreckenplage ihren Arbeitsplatz in der Landwirtschaft verlieren

Südwestasien

In vielen Teilen Südwestasiens erhöhen die Folgen von Heuschreckenplagen mit Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Wirbelstürmen den humanitären Bedarf. Bereits im Februar haben die Behörden in Pakistan einen landesweiten Notfall erklärt, als Heuschreckenschwärme die Ernte dezimierten und die Lebensmittelpreise stark gestiegen sind. Die Heuschreckenschwärme sind bereits letztes Jahr nach Pakistan in dem westlichen Nachbarland Iran eingedrungen und haben dort Felder mit Baumwolle, Weizen und Mais zerstört.

In Afghanistan sind jetzt schon negative Folgen auf Frauen und Mädchen zu sehen. Neben der Heuschreckenplage, die Mangel an Nahrungsmitteln verursacht, haben viele Frauen in der Landwirtschaft ihren Arbeitsplatz auch zum Teil durch die Coronavirus-Ausgangssperre verloren.


Spenden um Heuschreckenplagen zu bekämpfen

Was wird gegen Heuschreckenplagen getan?

CARE hilft seit Jahren in allen betroffenen Ländern mit humanitärer Hilfe und aktuell auch mit Hygiene- und Präventionsmaßnamen gegen das Coronavirus. Besonders in der aktuellen Situation, in der Menschen Lebensmittel, Saatgut und Viehfutter zum Überleben brauchen, ist diese Hilfe sehr essenziell.  

Die lokalen Regierungsbehörden, Vereine und die freiwilligen Helfer*innen vor Ort kennen die wiederkehrenden Problemen, die eine Heuschreckenplage mit sich bringt. Seit Jahren wird intensiv daran gearbeitet, um die Ausbreitung der Schwärme zu verhindern. Es wird zum Beispiel in Sprühausrüstungen, Flugzeugbetrieb und Pestizide investiert, um die Insekten aus der Luft zu bekämpfen. Leider ist eine Einschätzung des Ausmaßes der Verbreitung der Insektenschwärme nicht immer möglich.

CARE unterstützt daher nicht nur mit Lebensmitteln in den betroffenen Gemeinden, sondern hilft den Regierungen, Informationen über die Heuschreckenplage zu sammeln. Im Südsudan beispielsweise sind CARE-Mitarbeitende vor Ort aktiv und sammeln Insektenproben. Sie erkundigen sich bei den betroffenen Gemeinden über Größe der Schwärme und Richtung ihrer Schwarmbewegung. In Uganda hat CARE eine Regierungskampagne unterstützt, um Menschen zu informieren, welche Folgen der Einsatz von verschiedenen chemischen Substanzen zur Heuschreckenbekämpfung auf Menschen haben kann. Denn dort werden Insekten normalerweise zu einem traditionellen Gericht verarbeitet und Menschen riskieren so nun eine Vergiftung.

CARE-Mitarbeitende vor Ort sammeln Heuschreckenproben

Und so können Sie helfen

50€

50 Baumsetzlinge


120€

Ein Kurs in Katastrophenvorsorge (anteilig)  

200€

Lebensmittelhilfe für 3 Familien


nach oben