Ein Mädchen aus Honduras trägt eine medizinische Maske um sich gegen das Coronavirus zu schützen

Hilfe gegen Corona­ in Krisengebieten

Das Coronavirus hat sich in Krisengebieten ausgebreitet, in denen Menschen bereits mit Hunger, extremer Armut und tödlicher Gewalt konfrontiert sind. 

Die Coronavirus-Pandemie in Krisengebieten weltweit 

CARE hilft Menschen weltweit im Kampf gegen das Coronavirus

Die Pandemie betrifft uns alle

Die Virusausbreitung an Orten, die sich bereits vorher mit Hunger, extremer Armut und tödlicher Gewalt konfrontiert sahen, hat für die Menschen dort verheerende Folgen. Denn Gesundheitssysteme und medizinisches Personal gehen an ihre Belastungsgrenzen. Weltweit leben Menschen wirtschaftlich, sozial und medizinisch in einer Ausnahmesituation. 

CARE hilft den am stärksten gefährdeten Menschen – darunter Frauen, Mädchen und Geflüchtete – mit den Gefahren des Virus umzugehen. Denn wie wir alle auch in Deutschland gelernt haben: Wenn möglichst wenige krank werden, können die Folgen besser bekämpft werden. Dafür braucht es neben Solidarität hierzulande auch Solidarität für die Schwächsten der Welt. Es kommt auf uns alle an.

Fragen und Antworten: CARE-Hilfe in der Coronakrise

Was ist die Corona-Pandemie und wie unterstützt CARE betroffene Personen?

Die COVID-19-Pandemie ist eine weltweite Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2. Das Coronavirus ist durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch bei direktem Kontakt übertragbar und löst die Infektionskrankheit COVID-19 aus, die entweder symptomlos oder mit schweren Atemproblemen, Fieber und Lungenentzündung bis zum Tod verlaufen kann.

Die ersten Fälle vermehrter Lungenentzündungen mit damals noch unbekannter Ursache wurden am 31. Dezember 2019 aus der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei an das WHO-Länderbüro in China gemeldet. Am 13. Januar 2020 wurde der erste registrierte Fall außerhalb Chinas in Thailand bestätigt. Nach dem Virusausbruch in China sind mittlerweile die meisten Länder weltweit von COVID-19 betroffen. Um die Ausbreitung der Coronaviren zu verhindern, sind Infektionsschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel regelmäßiges Händewaschen, sowie soziale Distanz sehr wichtig (Quelle: WHO 2020).

In vielen CARE-Projektländern wie Nigeria, den Philippinen oder auch Peru gestaltet sich die Umsetzung dieser Maßnahmen sehr schwierig. Denn die Menschen dort haben oftmals nur eingeschränkten Zugang zu sauberem Wasser, sie leben auf engem Raum miteinander und häufig fehlt eine ausreichende medizinische Versorgung oder das Gesundheitssystem ist nicht in der Lage, eine Ausbreitung unter Kontrolle zu halten. CARE hilft diesen Menschen und leistet vor Ort Aufklärungsarbeitüber Hygieneschutzmaßnahmen sowohl in der Bevölkerung als auch beim Gesundheitspersonal, um den Schutz der Menschen zu gewährleisten. So verteilt CARE medizinische Schutzkleidung, Medikamente und baut zusätzliche Unterkünfte, damit Abstandsregelungen eingehalten werden können. Außerdem versorgt CARE Menschen mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln und verteilt Hygienematerialien, um ihnen die nötigen Mittel für die Bekämpfung des Coronavirus an die Hand zu geben. Darüber hinaus hilft CARE in 23 Länder bei den Impfkampagnen mit, um so die Gesundheitssysteme vor Ort zu unterstützen. 

Warum ist der Globale Süden besonders durch das Coronavirus gefährdet?

Die Bevölkerung in den Entwicklungsländern kämpfen seit Jahren gegen vergessene Krisen und Epidemien wie Malaria oder Ebola sowie gegen Nahrungskrisen oder Naturkatastrophen. Die Corona-Pandemie potenziert diese bereits bestehenden ökonomischen, sozialen und gesundheitlichen Probleme. Bereits jetzt sind in einigen Ländern Afrikas die Grundnahrungsmittel sehr teuer geworden und nicht ausreichend verfügbar. Außerdem sind die Gesundheitssysteme in Ländern wie Somalia, Bangladesch und den palästinensischen Gebieten schwach und nicht auf die Bekämpfung der neuartigen COVID-19-Erkrankung ausgelegt. Die medizinische Versorgung erreicht nicht alle Orte und das medizinische Personal ist nicht für den Kampf gegen das Coronavirus ausgebildet. Im Flüchtlingscamp Dadaab beispielweise sind nur 110 Krankenbetten für 270.000 Bewohner vorhanden und der Ausbruch des Coronavirus würde dort katastrophale Folgen haben.

In der aktuellen Krise sind diese Menschen auf Hilfe und weltweite Solidarität angewiesen. Deswegen ist es derzeit besonders wichtig, der Bevölkerung und den Hilfskräften die nötigen Informationen zum Coronavirus zu vermitteln und sie mit Infektionsschutzmaterialien und Lebensmitteln zu versorgen.

In welchen vom Coronavirus betroffenen Ländern hilft CARE?

CARE ist seit über 75 Jahren weltweit mit Hilfsprojekten aktiv und hilft in 100 Ländern mit maßgeschneiderten Programmen. Aktuell ist eine weltweit wachsende Zahl von Ländern von der COVID-19-Pandemie betroffen. Besonders in Krisengebieten sind daher die sofortige Hilfe gegen die Coronakrise und die Unterstützung der Gesundheitssysteme und der Bevölkerung notwendig. So hat CARE bereits in 75 von 100 Projektländern Pandemiepläne umgesetzt, um besonders gefährdeten Menschen in dieser Zeit Hilfe und Schutz zu bieten.

In Ländern wie Bangladesch oder Myanmar sind Wasser- und Sanitäranlagen schlecht ausgebaut und es gibt kaum sauberes Wasser, was die Infektionsschutzmaßnahmen wie z.B. regelmäßiges Händewaschen schwieriger macht. In Syrien, Afghanistan oder auch in den palästinensischen Gebieten fehlt es an Schutzkleidung, Desinfektionsmittel oder einfachen Seifen. Daher ist die Versorgung von Menschen mit diesen Gegenständen besonders wichtig, um dem Coronavirus langfristig vorzubeugen und es zu bekämpfen. Durch die häusliche Quarantäne und Schließung von lokalen Märkten sind viele Existenzen in Ecuador und auf den Philippinen bedroht. Denn die Menschen können nicht mehr wie gewohnt täglich ihre Grundnahrungsmittel auf dem Markt kaufen.

CARE versorgt diese Menschen mit Lebensmitteln und unterstützt auf diesem Weg die lokalen Farmerfamilien. CARE ist es wichtig, in jedem Projektland die richtige Hilfe zu leisten und auf die lokalen Bedürfnisse der dort lebenden Menschen einzugehen, um die Ausbreitung der COVID-19-Erkrankung zu verlangsamen.

Was sind die wichtigsten CARE-Maßnahmen gegen COVID-19?

Seit Beginn der Corona-Pandemie verstärkt CARE massiv die Aufklärungsarbeit vor Ort. CARE informiert, wie man sich vor dem Virus schützen kann. Zusätzlich werden notwendige medizinische und hygienische Hilfsmittel geliefert und die damit verbundenen Infektionsschutzmaßnahmen gegen das Coronavirus unternommen. Durch jahrelange Erfahrung und Einsatz in Krisengebieten ist CARE geübt darin, die Bevölkerung und medizinische Hilfskräfte zu schulen, um ein Bewusstsein für die Krankheit COVID-19 und ihre Verbreitung aufzubauen. Gleichzeitig ist es CARE wichtig, den betroffenen und besonders gefährdeten Menschen in der Coronakrise die Existenzängste zu nehmen und sie mithilfe lokaler Unternehmen mit Nahrungsmitteln und sauberem Wasser zu versorgen. Denn nur gemeinsam kann ein nachhaltiger Schutz und eine stabile Versorgung gewährleistet und der Verbreitung des Coronavirus langfristig entgegengewirkt werden.

Hygienemaßnahmen in den CARE-Projektländern werden zurzeit besonders ernst genommen, denn sie sind besonders wichtig, um sich vor einer Infektionskrankheit wie COVID-19 zu schützen und die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Dafür verteilt CARE Wasserkanister, versorgt Menschen mit Schutzkleidung, Seife, Spülmittel und anderen Artikeln, die die Übertragung von Coronaviren verhindern. Die Installation von Handwaschstationen, zum Beispiel in Bangladesch und Myanmar, oder auch regelmäßige Demonstrationen der Handwaschpraktiken gehören zur täglichen Praxis. Menschen werden aufgeklärt, wie sie mit den gelieferten Hygieneartikeln umgehen sollen und wie sie sich richtig schützen können. Das medizinische Personal und die Hilfskräfte werden vor Ort geschult, damit das Wissen jedem zugänglich wird und den Menschen in der Coronakrise langfristig geholfen werden kann.

Wie klärt CARE über das Coronavirus in Projektländern auf?

Die Aufklärung in der Coronakrise wird vor Ort von nationalen und internationalen CARE-Helfer:innen durchgeführt. Dabei wird besonders auf Hygienerichtlinien und Abstandseinhaltung geachtet. Damit mehr Menschen erreicht werden, werden medizinische Mitarbeitenden und das Hilfspersonal im Umgang mit Coronavirus-Patient:innen und dem Infektionsschutz geschult.

In Bangladesch sind beispielsweise Informationsplakate mit Schritt-für-Schritt-Bildanleitung für das Händewaschen verteilt worden, damit jeder dies lernen kann. Da die Länder im globalen Süden andere Kommunikationskanäle gewohnt sind und nicht immer über eine Internetverbindung verfügen, greift CARE vor Ort oft zu kreativen Maßnahmen. In Haiti wird die Bevölkerung mittels Lautsprechern auf Autos oder Fahrrädern über das Virus aufgeklärt. In Somalia verbreiten sechs Radio- sowie TV-Sender wichtige Informationen über COVID-19 und in der Türkei wird die Bevölkerung mittels einer E-Learning-Plattform mit den Risiken und dem richtigen Umgang mit dem Virus vertraut gemacht.

Was hat CARE im Kampf gegen das Coronavirus bereits erreicht?

Weltweit hat CARE in der aktuellen Coronakrise 69 Länder und 47,5 Millionen Menschen erreicht. Es wurden Hygiene-Kits für 4,8 Millionen Menschen in den Projektländern verteilt und 4,9 Millionen Menschen profitieren von einem verbesserten Zugang zu sauberem Wasser. Um die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Auswirkungen der Ausgangsbeschränkungen zu lindern, erhielten bisher mehr als 4,3 Millionen Menschen weltweit von CARE Lebensmittel und über 890.000 Menschen Bargeld oder Gutscheine, um in diesen schwierigen Zeiten über die Runden zu kommen. In Somalia arbeitet CARE mit Mobilfunkanbietern zusammen, um Coronavirus-Nachrichten zu übermitteln und so über das Virus zu informieren. In Haiti werden neben Radiokampagnen auch Lautsprecher in Autos und auf Fahrrädern eingesetzt, um Informationen über COVID-19 zu verbreiten. Weltweit wurden bereits 262,8 Millionen Menschen durch die Medien über das Coronavirus informiert.

Warum sind Frauen und Mädchen vom Coronavirus besonders gefährdet?

Frauen und Mädchen werden in Krisenzeiten oft vernachlässigt oder sogar vergessen. Leider haben sie in vielen Ländern weiterhin kein Mitspracherecht in der Gemeinde oder in Bezug auf ihr eigenes Leben, sie dürfen nicht zur Schule gehen und müssen zu Hause bleiben. CARE ist es daher sehr wichtig, in den Projektländern Frauen und Mädchen zu helfen, da diese zur Zeit der Corona-Pandemie besonderen Schutz und Unterstützung brauchen. Denn durch häusliche Quarantäne und Arbeitsverlust sind sie noch viel häufiger geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Sie werden außerdem oftmals Opfer von Überfällen und sexualisierten Übergriffen, weil der Weg zu den Waschräumen weit und unbeleuchtet ist. Durch die Ernährungsunsicherheit in den Familien sind Frauen und Mädchen meist die, die als letzte essen, wenn etwas übrigbleibt. Dabei müssen sie wegen der in vielen Ländern herrschenden sozialen Normen und Erwartungen zusätzlich zu ihren täglichen Aufgaben oft noch die Pflege von Erkrankten in ihren Familien übernehmen. Dies verstärkt nicht nur das Gesundheitsrisiko für Frauen und Mädchen, sondern auch den Mangel an Hygieneartikeln, die zurzeit der Coronakrise noch schwieriger zu bekommen und so essenziell für den Kampf gegen COVID-19 sind.

 

COVID-19-Impfungen in den CARE-Projektländern

In Bangladesch verabreicht eine Frau mit Maske einem Mann mit Maske erhält eine COVID-19-Impfung.

In 23 Ländern führt CARE bereits Aktivitäten zur Unterstützung von COVID-19-Impfungen durch: Bangladesch, Benin, Togo, Demokratische Republik Kongo, Ecuador, Fidschi, Haiti, Honduras, Indien, Irak, Kenia, Malawi, Nepal, Pakistan, Palästina, Philippinen, Papua-Neuguinea, Sierra Leone, Südsudan, Thailand, Timor-Leste, Uganda und Simbabwe.

CARE unterstützt über 1.500 Gesundheitseinrichtungen. Im Irak sind wir an der Einrichtung eines Impfzentrums in West-Mosul beteiligt. Auch die Ausbildung von Gesundheitspersonal findet dort statt. In vielen Ländern wie z.B. in Malawi und Palästina konzentrieren sich die lokalen CARE-Teams auf die Sensibilisierung und Aufklärung der Bevölkerung über Impfungen gegen COVID-19. Wir stärken sowohl informelles als auch formelles kommunales Gesundheitspersonal z.B. in Bangladesch und Uganda. Darüber hinaus unterstützten lokale Helfer:innen von CARE unter anderem in Ecuador und im Südsudan zivilgesellschaftliche Organisationen im Monitoring der nationalen Impfkampagnen.

CARE plant dieses Jahr, 100 Millionen Menschen, die in extremer Armut leben, und fast 275.000 Mitarbeitenden aus dem Gesundheitswesen, Zugang zu Impfstoffen zu ermöglichen. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Bevölkerungsgruppen, die ausgegrenzt oder schwer erreichbar sind, schnellstmöglich ein Impfangebot erhalten. Außerdem dürfen die Bedürfnisse von Frauen, die im Gesundheitsbereich 70 Prozent des Personals ausmachen, nicht vergessen werden. Denn sie sind ausschlaggebend für erfolgreiche Impfkampagnen, von der Aufklärung bis zur Impfung selbst. Sie müssen gerecht bezahlt, ausgebildet und geschützt werden.

47,5Mio.
So viele Menschen hat CARE in 69 Ländern bereits mit Corona-Nothilfe erreicht.
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Beispiele CARE-Hilfe gegen COVID-19

CARE setzt alles daran, zusammen mit den Menschen in unseren Projektländern für Sicherheit und Schutz zu sorgen. Der Schutz von Frauen und Mädchen steht dabei im Zentrum unserer Hilfe. Als internationale Hilfsorganisation haben wir jahrelange Erfahrung im Umgang mit Epidemien wie Ebola, SARS und Cholera. Dieses Wissen hilft uns auch jetzt im Umgang mit dem Coronavirus. 

Wir erleben es hautnah: Das Virus ist tödlich. Das gilt besonders für Orte, an denen es kaum medizinische Einrichtungen gibt. Aus diesem Grund sorgen wir für Schulungen für Gesundheitspersonal, verstärken unsere Hygienemaßnahmen und helfen bei der Impfkampagne mit. CARE-Helfer:innen verteilen an betroffene Menschen Trinkwasser und Lebensmittel, die auf Vorrat gelagert werden können, ebenso wie Medikamente, Desinfektionsmittel und medizinische Schutzausrüstung.

Länderbeispiele Afrika

Äthiopien

CARE klärt über COVID-19 auf und verteilt Hygiene-Pakete für Mitarbeitende des Gesundheitswesens und an die am meisten gefährdete Bevölkerungsgruppen. 

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Kenia

CARE-Helfer:innen unterstützent bei der Impfkampagnen mit, klären über Hygienemaßnahmen und richtiges Händewaschen auf, mit besonderem Fokus auf das Flüchtlingscamp Dadaab.

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Südsudan

Hier ist CARE Teil der COVID-19-Task-Force der Regierung, berät und unterstützt beim Aufbau lebensrettender Präventionsmaßnahmen sowie der Impfkampagne.

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Länderbeispiele Asien

Bangladesch

In einem der weltweit größten Flüchtlingscamps Cox’s Bazar in Bangladesch versorgt CARE Gesundheitszentren und setzt große Aufklärungs-, Wasser- und Hygieneprogramme durch und unterstützt die Impfkampagne.

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Philippinen

Hier verteilt CARE Hygiene-Pakete und Nahrungsmittel an gefährdete Familien, die auf engem Raum in ärmeren Gebieten leben. Dafür arbeite CARE eng mit lokalen Märkten zusammen. Darüber hinaus unterstützen CARE-Helfer:innen bei der Impfkampagne. 

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Sri Lanka

In Myanmar liegt der Fokus von CARE auf die Untertützung von Familien, die früher an den Teeplantagen gearbeitet haben und nun am Existenzminimum angekommen sind. CARE-Helfer:innen versorgen sie mit Lebensmittel-Paketen und verteilen Hygiene-Pakete. 

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Länderbeispiele Naher und Mittlerer Osten

Jemen

In der Stadt Amran im Jemen unterstützt CARE Krankenhäuser bei der Wasserversorgung. Unsere Helfer:innen bilden Hygieneberater:innen aus, um die Risiken für die Corona-Ansteckungen zu minimieren und stellen verteilen Hygiene-Pakete mit Gesichtsmasken, Handdesinfektionsmittel, Seife und Wasserreinigungstabletten.

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Syrien

Seit Pandemiebeginn hat CARE seine Nothilfe in den Bereichen Wasser und Hygiene soweit wie möglich ausgeweitet. CARE unterhält ein Krankenhaus und zahlreiche Ambulanzen, hilft mit Schutz-, Desinfektions- und medizinischen Materialen. Geflüchtete stehen dabei besonders im Fokus der Arbeit. 

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Irak

Im Irak stellt CARE für Vertriebene Hygienekits bereit und hilft bei der Impfkampagne. In Camps wird weiterhin die Wasser- und Hygieneinfrastruktur sichergestellt. Außerdem wurden Gesundheitseinrichtungen mit Coronatest und Labormaterialien ausgestattet. 

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Video: CARE-Hilfe gegen das Coronavirus in Krisengebieten 

Auswirkungen der Coronapandemie…

…auf die Wirtschaft und Ernährungssicherheit

Durch die weltweite Unterbrechung von Lieferketten wird außerdem der Import von Waren und Gütern erschwert. Besonders betroffen sind Länder wie Jemen, Libanon, Nigeria und Indonesien, die auf den Import von Grundnahrungsmitteln angewiesen sind. Als Folge steigen die Nahrungsmittelpreise stark an und die Ernährungssicherheit ist unmittelbar, aber auch langfristig bedroht, da sich viele Menschen Lebensmittel schlichtweg nicht mehr leisten können. Aufgrund der Pandemie hat die Zahl der Menschen, die an akutem Hunger leiden, stark zugenommen: Sie stieg um 20 Millionen auf 155 Millionen Menschen in 55 Ländern. CARE engagiert sich, um den betroffenen und besonders gefährdeten Menschen in der Coronakrise die Existenzängste zu nehmen. Unsere Helfer:innen und Partnerorganisationen vor Ort setzen sich noch intensiver für Ernährungssicherheit ein und verteilen Pakete mit Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser und Bargeldgutscheinen.

Durch die Einschränkungsmaßnamen zur Eindämmung der Pandemie mussten viele Betriebe weltweit ihre Produktion minimieren oder ganz schließen. Aufgrund der Schließung von Betrieben haben viele ihren Arbeitsplatz verloren. Dies führte unter anderem zur steigenden Arbeitslosigkeit sodass noch mehr Menschen weltweit in Armut leben. Grenzschließungen stellen besonders Landarbeiter:innen vor große Herausforderungen, die Güter wie z.B. Kakao oder Kaffee für den Weltmarkt produzieren und dementsprechend vom Verkauf ins Ausland finanziell abhängig sind. Dies betrifft zum Beispiel Länder wie Ghana, Ecuador und Indonesien.

…auf die Gesundheit der Menschen

In vielen vom Coronavirus stark betroffenen Ländern sind die Gesundheitssysteme infrastrukturell nicht gut aufgestellt und schon im Normalbetrieb überlastet. Besonders problematisch ist außerdem der Mangel an medizinischem Personal. Vor allem in ländlichen Gebieten hat der Großteil der Bevölkerung oft keinen direkten Zugang zu medizinischen Dienstleistungen. Durch die COVID-19-Pandemie stoßen die Gesundheitssysteme weltweit an ihre Grenzen. Am Beispiel von Indien wird deutlich, wie ein rasanter Anstieg der Coronaneuinfektionen das System an den Rand des Kollapses bringen kann. Ein Gesundheitssystem gilt als überlastet, wenn es Bedarfe gibt, die nicht mehr befriedigt werden können. Das hat zur Folge, dass Patient:innen abgewiesen und nicht rechtzeitig behandelt werden können.

Durch die zusätzliche Belastung der Gesundheitssysteme mit COVID-19-Erkrankten wird die gesundheitliche Versorgung aller erschwert, die medizinische Betreuung von Schwangeren und Neugeborenen aber im Besonderen. Die Bekämpfung der Pandemie schränkt die Gesundheitsversorgung rund um Geburten stark ein, da viele Mitarbeitende des Gesundheitswesens, einschließlich der Hebammen, bei der Betreuung von Coronapatient:innen gebraucht werden. Dadurch besteht die Gefahr, dass sowohl die Mütter- als auch die Kindersterblichkeitsrate drastisch zunimmt. Entsprechende Hinweise gibt es bereits: Daten aus Ländern wie Bangladesch, Nigeria und Südafrika weisen bei der Sterblichkeit von Müttern und Neugeborenen seit Beginn der Pandemie bereits einen Anstieg von bis zu 30 Prozent auf.

Aus diesem Grund stärken unsere Helfer:innen und Partnerorganisationen vor Ort die lokalen Gesundheitssysteme, unterstützen Impfkampagnen in unseren Projektländern und gehen auf die direkten Bedürfnisse insbesondere von Frauen und Mädchen ein. CARE-Helfer:innen kümmern sich außerdem um die Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal und den dringend notwendigen Ausbau von Gesundheitsstationen vor allem im ländlichen Raum, um werdende Mütter über Themen wie Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung aufzuklären.

…auf die Bildungssituation von Mädchen

In fast allen Ländern der Welt wurden die Schulen aufgrund der Coronapandemie geschlossen. Derzeit gehen rund 1,5 Milliarden Kinder und Jugendliche nicht zur Schule oder Universität – darunter circa 743 Millionen Mädchen. In vielen Ländern drohen sie den Anschluss zu verlieren, denn vor allem Kinder in Ländern des Globalen Südens sowie Geflüchtete haben oft keinen Zugang zu digitalen Lernmöglichkeiten. Die Coronapandemie erhöht außerdem das Risiko für Zwangsehen oder Frühehen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass aufgrund finanzieller Notlagen 13 Millionen Mädchen unter 18 Jahren verheiratet werden. Eine Schulbildung oder eine Rückkehr in die Schule bleibt diesen Mädchen dann meist verwehrt, weil sie infolge der Heirat oft schwanger werden und sich um den Haushalt und die Kinder kümmern müssen. Ohne Schulabschluss haben sie kaum noch die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben, da sie von ihrem Ehemann und seiner Familie finanziell abhängig sind. Durch Aufklärungsarbeit sowie Bildungsprogramme, die die Hilfe zur Selbsthilfe fördern, stellt sich CARE dem Kampf gegen die Diskriminierung und Zwangsverheiratung von Frauen und Mädchen. Zusammen mit Familien, Gemeinden und Organisationen setzt sich CARE in vielen betroffenen Ländern für Gleichberechtigung und Zugang zu Bildung für junge Frauen und Mädchen ein.

Warum sind Frauen und Mädchen besonders durch Corona gefährdet?

Frau mit Kind stehen vor ihrer Hütte in Mosambik

Überlastung durch Pflegeaufgaben

Frauen und Mädchen leiden besonders unter den Folgen von Corona. Die Zeit der Coronakrise zeigt, dass die ohnehin schon herrschende Belastung und der Stressfaktor bei Frauen und Mädchen gestiegen ist. Denn in vielen Ländern des globalen Südens sind sie diejenigen, die die Pflegeaufgaben übernehmen und sich nebenbei überdurchschnittlich häufig in Berufen um kranke oder alte Menschen kümmern, da Gesundheitssysteme überlastet sind. Sie sind auch dort oft aus Traditionsgründen die Hauptverantwortlichen in den Familien für Ernährung, Reinigung, Kinderbetreuung oder auch Wasserbeschaffung, was manchmal stundenlange Wege in Anspruch nimmt.

Frauen und Mädchen stärken

Eine CARE-Helferin während der Corona-Pandemie in Haiti

Gleichberechtigung ist der Schlüssel

Viele Frauen haben eine bemerkenswerte Führungsrolle inne, werden aber in vielen Entwicklungsländern immer noch nicht in die Entscheidungen rund um COVID-19 und das tägliche Leben miteinbezogen. CARE behält deshalb die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen im Auge und sorgt für Gleichberechtigung und Verringerung der Belastung der Frauen. CARE ist es besonders wichtig, die bestehenden und entstehenden negativen Auswirkungen auf Frauen und Mädchen in den CARE-Projektländern zu verringern und ihnen gleichzeitig Möglichkeiten zu bieten, ihr soziales Potenzial auszuschöpfen. 

Ein Mädchen sitzt mit einem Stift in der Hand an einer Schulbank und lächelt

Investition in Bildung und Schutz für Frauen

CARE investiert in weibliche Beschäftigte im Gesundheitswesen. Mit Hygiene-Trainingsprogramme an Schulen werden Frauen und Mädchen ausgebildet und sie können dadurch das anschließend gewonnene Wissen mit ihren Familien teilen. Damit schützen wir am Ende nicht nur Frauen und Mädchen, sondern auch ihre Angehörigen. Auch erhöht sich in einer Krise wie der Corona-Pandemie die Gefahr der geschlechtsspezifischen Gewalt. Um diesem Problem zu begegnen, hat CARE in viele seiner Projektländer konkrete Einsatzpläne entwickelt und setzt diese konsequent um.