Hunger im Südsudan

Durch den Ausbruch von COVID-19 sieht sich der Südsudan mit einer zusätzlichen lebensbedrohlichen Situation konfrontiert. In einem Land, in dem mehr als 8,3 Millionen Menschen – weit über die Hälfte der gesamten Bevölkerung – auf Lebensmittelhilfe angewiesen sind, sind Maßnahmen wie ein Lockdown undenkbar. Wichtig ist jetzt gezielte und schnelle humanitäre Hilfeum die Verbreitung des Virus einzudämmen und die bereits bestehenden Probleme nicht zu verschärfen. Denn im Südsudan war die Lage bereits vor Corona prekär: Aufgrund der seit nun schon mehr als vier Jahren andauernden Gewalt mussten über 1,6 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen und leben seitdem als Vertriebene im eigenen Land – 85 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder.

Weitere zwei Millionen Südsudanes:innen sind in die Nachbarländer geflohen, 850.000 davon in den Sudan und knapp 800.000 nach Uganda. Viele Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, haben gleichzeitig auch ihr Land verloren. Die Felder werden nicht länger bewirtschaftet. Dadurch werden im ganzen Land weniger Lebensmittel produziert und die Preise steigen rapide an. In der trockenen Jahreszeit werden zudem die Wasserressourcen knapp, was die ohnehin schon prekäre Ernährungssituation noch zusätzlich verschlimmert.

Die CARE-Hilfe umfasst Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamente und vieles mehr. Helfen auch Sie notleidenden Familien im Südsudan mit Ihrer Spende!

So hilft CARE im Südsudan

Zwei Frauen heben eine Tüte mit Hilfsgütern an, im Hintergrund ist ein Berg an Hilfsgütern zu sehen.

Kampf gegen den Hunger

CARE führt bereits Nothilfeprogramme zur Hungerbekämpfung in Pariang, Duk und Panyagor durch. Diese Maßnahmen umfassen monatliche Lebensmittelverteilungen an etwa 10.000 Menschen sowie Programme, die die Nahrungsmittelsicherheit mit einer längerfristigen Existenzsicherung verknüpfen. Auch stellt CARE Saatgut, landwirtschaftliches Werkzeug, Fischereiausrüstungen, Baumsetzlinge und Bargeld bereit und unterstützt die Gemeinden durch Gutscheine und die Förderung von freiwilligen Kleinspargruppen in Gebieten, in denen die offiziellen Bankensysteme geschlossen sind. Außerdem betreibt CARE derzeit 24 Gesundheitseinrichtungen sowie vier mobile Gesundheitsstationen in einigen der am stärksten unterversorgten Regionen.

Menschen warten auf eine Hilfsgüterverteilung, im Vordergrund eine Frau mit Baby (Foto: CARE/Josh Estey)

Hilfe bei Naturkatastrophen

Als Reaktion auf die jüngsten Überschwemmungen im Südsudan hat CARE in Mangalla, Bor South Twic East und Pariang Nahrungsmittel verteilt und Unterkünfte geschaffen. Außerdem wurden Maßnahmen zur Gesundheitsversorgung und der Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt getroffen. Die von den Überschwemmungen betroffenen Gemeinden in Panyagor wurden mit Lebensmittelpaketen versorgt. Zur Unterstützung der durch die Überschwemmungen vertriebenen Menschen in Mangala hat CARE eine mobile Krankenstation und psychosoziale Beratungsstellen organisiert.

Ein Mann führt in einem Labor Coronatests durch (Foto: CARE/Andreea Campeanu)

Einsatz gegen Corona

Zur Früherkennung und Prävention der Krankheit hat CARE bereits 327 Mitarbeitende des Gesundheitssektors in der Bestimmung von COVID-19-Symptomen geschult. In Pariang, Wau und Boma werden außerdem Labormitarbeitende in der Entnahme von COVID-19-Proben ausgebildet und Testtransporte organisiert. Bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus hat CARE ein Notfallprogramm zur Bekämpfung des Ebolavirus eingeführt, das Risikokommunikation, Aufklärung, Engagement in der Gemeinde und die Betreuung von Gesundheitseinrichtungen umfasste.