Katastrophenhilfe von CARE in vollem Gang / Bedarf an Nothilfe für 17 Millionen Betroffene ist enorm und wird durch Gefahr eines Cholera-Ausbruchs verschärft

Bonn/Gaziantep, 22. Februar 2023. Die verheerenden Erdbeben in der Türkei und Syrien forderten über 46.000 Menschenleben, Zehntausende sind verletzt. Knapp 17 Millionen Menschen sind von den Folgen der Zerstörung betroffen. Die Hilfsorganisation CARE, die seit zehn Jahren gemeinsam mit Partnerorganisationen in Syrien und den Nachbarländern im Einsatz ist, stellte in den ersten zwei Wochen nach den Erdbeben lebensrettende Nothilfe für betroffene Gemeinden bereit. Insgesamt erreichte CARE bereits mehr als 120.000 Menschen mit Hilfsgütern.

„Wir liefern dringend benötigte Grundnahrungsmittel wie Mehl an Bäckereien in der Türkei, damit sie nach dem Erdbeben wieder öffnen und die Bevölkerung mit Brot versorgen können. Wir stellen auch lebenswichtige Hilfsgüter wie Decken und Matratzen für von unseren Partnern neu errichtete Unterkünfte im Nordwesten Syriens bereit. Unsere Arbeit trägt dazu bei, die Not der Menschen auf beiden Seiten der Grenze zu lindern“, schildert Marten Mylius, Humanitärer Koordinator bei CARE Deutschland.

Hilfe in der Türkei: Die Situation für die zwölf Millionen vom Erdbeben betroffenen Menschen in der Türkei ist prekär. Zwei Millionen sind Geflüchtete aus Syrien, die zuvor schon auf humanitäre Hilfe angewiesen waren. CARE hat bisher Tausende Menschen in der Türkei mit Thermokleidung, Decken, Trinkwasser, Hygienesets und mobilen Toiletten versorgt. Außerdem sind 56 Tonnen Reis, Linsen und Bulgur sowie 16 Tonnen Mehl an Menschen in Sanliurfa, Gaziantep und Adana verteilt worden.
 
Hilfe in Nordwest-Syrien: Der humanitäre Bedarf für die 4,6 Millionen Menschen im Nordwesten Syriens ist nicht weniger kritisch – besonders für die Binnenvertriebenen. Die Partnerorganisationen von CARE haben sofort nach den Erdbeben damit angefangen, Nothilfe zu leisten und bestehende Hilfsprogramme anzupassen. Neben den Aufräumarbeiten wurden für 83.500 Menschen Notunterkünfte eingerichtet und die Wasser- und Abfallentsorgung in den Unterkünften gesichert. Zelte, Matratzen, Decken, Küchenutensilien, Solarlampen und Hygienesets helfen den Menschen in den am stärksten betroffenen Regionen in Nordwestsyrien.
 
Bedarf an Nothilfe wird größer

Eine Rekordinflation, steigende Treibstoff- und Transportkosten sorgten dafür, dass die Ernährungssicherheit bereits vor den Erdbeben in der gesamten Südtürkei und im Nordwesten Syriens katastrophal war – besonders für Frauen und syrische Geflüchtete. Dass Tausende nun ihr Zuhause und damit auch ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, wird sich sowohl kurz- als auch langfristig auf den Wiederaufbau auswirken.

Im Norden Syriens besteht weiterhin eine hohe Gefahr eines erneuten Choleraausbruchs, die durch die umfangreichen Schäden an der Wasser-, Abwasser- und Hygieneinfrastruktur, die durch das Erdbeben verursacht wurden, noch verschärft wird.

So hilft CARE: CARE verstärkt die Nothilfe in der Türkei und Syrien weiterhin und verteilt lebenswichtige Hilfsgüter sowie auch Bargeld zur Deckung der dringendsten Bedürfnisse. Außerdem werden weitere Notunterkünfte und Hygieneeinrichtungen für Betroffene bereitgestellt. 

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