CARE fordert Umsetzung des Fonds für Klimaschäden, geschlechtergerechte Klimafinanzierung und Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.

Bonn, 28. November 2023. Die am kommenden Donnerstag beginnende Klimakonferenz (COP28) in Dubai startet unter schwierigen Vorzeichen. 2023 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Im November überschritt die globale Durchschnittstemperatur erstmals sogar die 2-Grad-Schwelle. Die internationale Hilfsorganisation CARE fordert daher, dass Industrieländer und andere große Emittenten endlich auf die Realität der Klimakrise reagieren, statt weiter nur durch leere Versprechungen aufzufallen. Die deutsche Regierung muss als Vorbild vorrangehen und darf die aktuelle Haushaltsdebatte nicht zum Anlass nehmen, sich ihrer Verantwortung zu entziehen. Ein erfolgreiches Ergebnis der COP28 ist insbesondere für die zahlreichen Länder wichtig, in denen schon heute Millionen Menschen unter den Auswirkungen der Klimakrise massiv leiden.  
 
„Nach fünf ausgebliebenen Regenzeiten sind in Somalia fast zwei Millionen Menschen von schweren Überschwemmungen betroffen. Dabei haben diese Menschen am wenigsten zum Klimawandel beigetragen. Nun kämpfen sie gegen Hunger und Trinkwassermangel. Mehr als 640.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Das Versäumnis der reichen Länder, ihre Versprechen zur Klimafinanzierung einzuhalten, ist auch ein Verrat an ihnen. Dies muss auf der COP28 korrigiert werden“, sagt Sven Harmeling, Klimapolitischer Leiter von CARE International
 
Auf der Weltklimakonferenz im vergangenen Jahr wurde ein globaler Fond für Klimaschäden angekündigt. CARE fordert weiter, dass dieser schnellstmöglich in die Tat umgesetzt werden muss. Auch müssen Industrieländer ihr Versprechen einhalten, die Finanzierung für Anpassungsmaßnahmen zu verdoppeln.  
Die COP28 wird die erste globale Bestandsaufnahme vornehmen, die den bisherigen Fortschritt der Länder zur Erreichung der Pariser Klimaziele bewertet.  
 
„Staats- und Regierungschefs der Welt müssen bei der COP28 verhindern, dass die globale Erwärmung außer Kontrolle gerät. Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass die Temperaturen schneller steigen als befürchtet. Die Industrie für fossile Brennstoffe war im Jahr 2022 für über 90 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. Wenn wir eine Chance haben wollen, die globalen Temperaturen auf 1,5 °C im langfristigen Mittel zu begrenzen, müssen wir jetzt den Übergang von fossilen Brennstoffen zu sauberen, erneuerbaren Energien schaffen“, sagt Harmeling.  
 
Die Forderungen von CARE an die Staats- und Regierungschefs bei der COP28: 

  • Umsetzung des Fonds für Schäden und Verluste mit einem Minimum von 50 Mrd. USD jährlich bis 2024, angeführt von Industrieländern und anderen großen Emittenten.  
  • Die Industrieländer müssen darlegen, wie sie 2023 100 Mrd. USD an Klimafinanzierung bereitstellen werden, und sich verpflichten, die Defizite der Vorjahre auszugleichen. 
  • Das neue Klimafinanzierungsziel muss Maßnahmen zur Bekämpfung der Geschlechterungleichheit enthalten, flexibel und zugänglich sein sowie auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen eingehen. 
  • Regierungen müssen ihr Versprechen der COP26 einhalten, die Anpassungsfinanzierung zu verdoppeln. 
  • Ein rascher, gerechter und fairer globaler Ausstieg aus fossilen Brennstoffen in allen Sektoren bis spätestens 2050