Noch vor drei Wochen war der Veranstaltungsort „Garden“ (Сад), 25 Kilometer südlich von Lwiw, ein romantischer Ort für Hochzeiten und andere Feiern. Die Menschen kamen hierher, um ihre kostbarsten Momente mit Familie und Freunden zu teilen. Am 24. Februar änderte sich das schlagartig.

Die Eigentümer des Veranstaltungsortes schlossen sich schnell mit Freiwilligen und der örtlichen Verwaltung zusammen und machten aus „Garden“ ein Zentrum für Vertriebene. Innerhalb weniger Tage wurden 70 Matratzen mit Kissen und Bettlaken bereitgestellt. Die Küche, die sonst Hochzeitsmenüs zubereitet, kocht nun drei warme Mahlzeiten pro Tag für Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Viele bleiben nur zwei oder drei Tage lang dort, um sich auszuruhen und dann weiterzufahren. Bislang hat „Garden“ Hunderten von Menschen Zuflucht vor dem Krieg geboten. Der Großteil davon sind Frauen, Kinder und ältere Menschen.

Olenas Tochter in einer Unterbringung für Geflüchtete
Im „Garden" fand Arina (3) gemeinsam mit ihrer großen Schwester und ihrer Mutter Zuflucht. (Foto: People in Need)

Olena und ihre beiden Töchter Arina (3) und Karina (5) konnten ebenfalls im „Garden“ Zuflucht finden. Sie mussten ihre Heimatstadt Korosten, etwa 170 Kilometer nordwestlich von Kiew, verlassen, als diese angegriffen wurde. Olenas Mann blieb dort. „Es war furchtbar und sehr beängstigend, als die Raketen flogen. Vier Häuser standen in Flammen und brannten vollständig aus“, erzählt Olena. „Meine Kinder wussten vorher nicht, was Krieg bedeutet. Jetzt mussten sie sich in Kellern verstecken und haben die Angst und den Schrecken des Beschusses erlebt.“

Olena und ihre Tochter in der Unterbringung für ukrainische Vertriebene
Olena ist froh, dass ihre Kinder im „Garden" die Schrecken der letzten Wochen für einen Moment vergessen können. (Foto: People in Need)

Während ihre beiden Kinder lachend auf den Matratzen herumspringen, denkt Olena darüber nach, was sie tun und wohin sie gehen soll. „Vielleicht gehen wir nach Polen, vielleicht auch nicht. Ich möchte die Ukraine nicht verlassen, aber ich mache mir Sorgen um die Sicherheit meiner Kinder. Ich will nicht, dass sie die Sirenen hören und all die Schrecken noch einmal erleben.“ 

Olena macht sich große Sorgen um die Zukunft. „Ich weiß nicht, was morgen passieren wird, aber ich weiß, dass ich leben und bei meinen Kindern sein möchte. Und mein größter Wunsch ist das Ende des Krieges, damit ich nach Hause zurückkehren kann. Ich möchte einfach nur nach Hause gehen und mit meiner Familie zusammen sein, wie vor dem Krieg.“

Portrait Olena aus der Ukraine
Olena macht sich große Sorgen um die Zukunft ihrer Familie. (Foto: People in Need)

Die Geschichten der Vertriebenen, die im „Garden“ ankommen, stehen in traurigem Gegensatz zu der Schönheit und Ruhe des Ortes. Jeder hier hofft, dass die Menschen, die auf der Flucht sind, bald nach Hause zurückkehren können und dass der Ort zu seiner früheren Bestimmung zurückfinden kann: die Freuden des Lebens zu feiern, anstatt das Leid des Krieges zu mindern.

CARE unterstützt mit der Partnerorganisation „People in Need“ Flüchtlingszentren wie „Garden“ mit lebenswichtigen Ausrüstungsgegenständen wie Matratzen, Bettlaken, Lebensmitteln oder Hygieneartikeln. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!

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