Gemeinsam mit lokalen Partnern unterstützt CARE Menschen in der Ukraine mit Lebensmitteln, Hygienepaketen und sicheren Unterkünften.

6,5 Millionen Menschen sind seit Beginn des Krieges innerhalb der Ukraine auf der Flucht. Menschen, die ihr Zuhause und oft auch Familienangehörige zurücklassen mussten. Frauen, Kinder und ältere Menschen, die ein sicheres Dach über dem Kopf, einen Job aber auch Lebensmittel, Babynahrung und Hygieneartikel wie Seife und Shampoo benötigen.

CARE leistet gemeinsam mit Partnern an verschiedenen Orten in der Ukraine lebensrettende Hilfe. „Wir erhalten Listen mit Dingen, die gerade am dringendsten gebraucht werden. Von einem Krankenhaus haben wir letztens eine Liste mit Medikamenten, Matratzen und einem Kühlschrank erhalten“, erklärt Inna Pidluska, stellvertretende Direktorin von International Renaissance Fund (IRF), einer CARE-Partnerorganisation vor Ort. „Wir haben dann sofort Lieferanten kontaktiert und die benötigten Hilfsgüter an das Krankenhaus geschickt.“

 

CARE-Helferin Sarah Easter am Bahnhof in Lwiw.
CARE-Helferin Sarah Easter am Bahnhof von Lwiw. Seit Kriegsbeginn suchen viele Ukrainer:innen hier Zuflucht.

In Lwiw – im Westen des Landes – werden Binnenvertriebene unterstützt, die aus umkämpften Gebieten wie Mariupol oder Charkiw geflohen sind. Über 80.000 Menschen haben sich hier bereits registriert. „Einige der Menschen hier wollen in der Ukraine bleiben und wir unterstützen sie“, erklärt Oleksandr Sushko, Direktor von IRF. Viele Menschen machen aber auch nur temporär Station in Lwiw, um von dort aus in Nachbarländer der Ukraine weiterzureisen. „Es gibt hier überall temporäre Unterkünfte, im Theater, in Sporthallen, Schulen oder Büros. Überall dort, wo eine Matratze reinpasst, schlafen Menschen“, ergänzt Inna von IRF, die selbst aus Kiew nach Lwiw floh und ihren Großvater wegen eines Herzproblems zurücklassen musste.

In einem Bürogebäude in der Nähe des Bahnhofs betreibt Luba eine temporäre Unterkunft. Dort, wo vorher Schreibtische und Akten standen, finden nun Frauen mit ihren Kindern eine sichere Bleibe. „Ich bin sehr froh, dass wir einen Ort gefunden haben, den wir nutzen können. Aktuell ist es schwierig, geeignete Unterkünfte zu finden. Immer wieder kommen Menschen erst nach der Ausgangssperre an, weil ihre Züge Verspätung haben. Deshalb ist die Nähe der Unterkunft zum Bahnhof ein großer Vorteil“, erzählt Luba. Mit der Hilfe von CARE arbeitet Luba tagtäglich daran, noch mehr sichere Unterkünfte für Frauen und Kinder in Lwiw zur Verfügung zu stellen. Außerdem möchte sie in Zukunft auch psychosoziale Aktivitäten oder Unterstützung bei der Jobsuche anbieten.

Karl-Otto Zentel spricht mit Oleksandra
In der Notunterkunft in Lwiw zeigt Oleksandra Karl-Otto Zentel den kleinen Raum, in dem sie seit ihrer Flucht aus Mariupol mit ihrer Familie lebt.

„Das Problem ist, dass die Infrastruktur für so viele Vertriebene fehlt. Die Menschen können temporär in Schulen oder Hotels schlafen, aber es fehlt oft an Essen, Kleidung und weiteren Dingen des täglichen Bedarfs. Auch Betten, Matratzen und Küchenutensilien werden weiterhin dringend benötigt“, erklärt Valeriya Vershynina von Charity Foundation Stabilization Support Services (CFSSS) einem weiteren CARE-Partner. CFSSS unterstützt Vertriebene in der Ukraine seit Beginn des Konfliktes im Jahr 2014.

„In Lwiw sind die Preise für Wohnungen rapide gestiegen. Die Menschen müssen jetzt mehr als doppelt so viel für Unterkünfte bezahlen als noch im Februar, vor der Ausweitung der Kampfhandlungen. Inzwischen kommen die Menschen aus sieben stark betroffenen Regionen in der Ukraine, zu Beginn waren es nur vier“, so Valeriya. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Unterkünfte und Aufnahmezentren unterstützt werden. „Die Menschen wollen jetzt weg von den Kämpfen – so weit, wie möglich. Das sage ich als Vertriebene selbst“, so Valeriya weiter. Sie kommt eigentlich aus der Region von Kiew. Ihre zehnjährige Tochter hat sie zusammen mit ihrer älteren Mutter nach Polen geschickt. Sie selbst ist mit ihrem Ehemann, der die Grenze nicht überqueren darf, in Lwiw untergekommen und arbeitet jetzt von hier aus.

Zelte am Bahnhofsvorplatz in Lwiw, Ukraine.
In Lwiw werden täglich bis zu 130.000 Menschen mit warmen Mahlzeiten, erster Hilfe und Unterkünften versorgt.

CARE und CFSSS unterstützen die Vertriebenen in temporären Unterkünften mit Essens- und Hygienepaketen. Sie unterstützen aber auch Küchen beim Zubereiten von Mahlzeiten. „Am Anfang des Krieges haben wir in der Nähe des Bahnhofs 300 Mahlzeiten am Tag verteilt. Inzwischen haben wir drei Küchen in der Nähe des Bahnhofs errichtet“, so Valeriya. Auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs in Lwiw sind zu Beginn des Krieges bis zu 130.000 Menschen am Tag angekommen, die Unterstützung bei der Weiterreise, bei der Suche nach einer Unterkunft, oder Essen, Kleidung und Hygieneprodukten benötigen. Zu Beginn der Krise mussten die Menschen hier bis zu 20 Stunden auf einen der drei Evakuierungszüge nach Polen warten. Inzwischen sind es nur noch drei bis vier Stunden. Die Geflüchteten brauchen kein Ticket für diese Züge. Jeden Tag fahren die Züge zu anderen Uhrzeiten, damit sie nicht zum Ziel von Angriffen werden. Zwanzig Züge kommen jeden Tag aus unterschiedlichen Regionen des Landes an. Auch zwei Monate nach Ausbruch der Kampfhandlungen in der gesamten Ukraine sind weiterhin Millionen Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Die CARE-Hilfe in der Ukraine

In der Ukraine unterstützt CARE eine Reihe von Partnerorganisationen, die sich in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe bewährt haben. Freiwillige und kleinere lokale Initiativen erhalten finanzielle Unterstützung, um flexibel vor Ort helfen zu können. Zudem stellt CARE Unterkünfte und sichere Räume für Frauen und Familien bereit, verteilt Nahrungsmittel, Wasser, Hygieneartikel und leistet psychosoziale Unterstützung und Bargeldhilfe. Wie immer berücksichtigt CARE die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen, aber auch von Kleinkindern, älteren Menschen und solchen mit Behinderungen. Zusammen mit unseren Partnern hat die CARE-Hilfe in der Ukraine bisher rund 245.000 Menschen erreicht.

Unterstützen Sie CARE und seine Partner dabei, den Menschen vor Ort mit Lebensmitteln, Hygienepaketen und sicheren Unterkünften zu helfen.

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