Statement von Sarah Easter, CARE-Referentin für Nothilfe-Kommunikation, zur Lage in der Ukraine. Sarah Easter war gerade im Osten der Ukraine, unter anderem in der Donezk-Region, Charkiv, Dnipro und Saporischschja, und steht für Interviews auf Deutsch zur Verfügung.

„In den letzten zwei Wochen hat die Ukraine die tödlichsten Angriffe seit Beginn des Krieges erlebt. Raketen und Drohnen trafen Wohnhäuser und Infrastruktur. In Kyiv wurden Familien im Schlaf überrascht, eine Mutter und ihr wenige Monate altes Kind getötet. Ich habe die Explosionen gehört, Raketen gesehen, die direkt neben uns einschlugen, und Drohnen, die direkt über unseren Köpfen flogen. Jede zweite Nacht erschütterten Detonationen den Himmel, begleitet von ständigen Luftalarmen. Kyiv, Charkiv, Dnipro, Saporischschja, Odesa wurden angegriffen – Städte, in denen Menschen leben, die mir erzählt haben, wie sehr sie sich Frieden wünschen und nicht mehr jeden Morgen mit einem neuen Trauma aufwachen möchten. Ich war seit Beginn des Krieges bereits sechs Mal in der Ukraine, doch so etwas habe ich bisher noch nicht erlebt: die Wucht, die Häufigkeit und die Eskalation dieser Angriffe. Die Menschen hier erleben dies jeden einzelnen Tag. Familien in Kyiv, Charkiv und so vielen anderen Städten schlafen jede Nacht in Angst ein – wenn sie überhaupt Schlaf finden.
Dieser Krieg zerstört nicht nur Leben, sondern auch Hoffnung, Sicherheit und das Gefühl eines Zuhauses. Wir sehen Kinder, die in Kellern und Untergrundschulen aufwachsen, Mütter und Väter, die Angehörige beerdigen müssen, und Gemeinden, die ohne Strom, Gas oder Wasser, aber mit kompletter Zerstörung zurückbleiben. Als humanitäre Organisation rufen wir die internationale Gemeinschaft eindringlich auf: Wir dürfen die Menschen in der Ukraine nicht allein lassen. Denn sie zahlen den höchsten Preis.“

Portraitaufnahme von Sarah Easter in der Ukraine.

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