Seit der Eskalation des Konflikts in der Ukraine im Februar 2022 mussten über 6,4 Millionen Menschen auf der Suche nach Sicherheit, Schutz und Hilfe in Nachbarländer fliehen. Mehr als 8 Millionen Menschen wurden zusätzlich innerhalb der Ukraine vertrieben. Zu ihnen gehören auch Tetiana, Olena und Liudmila. Die drei Frauen mussten gemeinsam mit ihren Kindern aus ihrem Zuhause fliehen und fanden Schutz im Westen des Landes.

Gemeinsam mit der Partnerorganisation Charity Foundation for Stabilization Support Services (CFSSS) leistet CARE in Lwiw Nothilfe, stellt Nahrungsmittel und Wasser zur Verfügung, verteilt außerdem Hygieneartikel und medizinische Pakete an Binnenvertriebene wie Tetiana, Olena und Liudmila.

Hier erzählen sie ihre Geschichten.

Tetiana aus Kiew

Tetiana aus der Ukraine sitzt an einem Tisch und blickt in die Kamera.
„Als wir eine gewaltige Explosion hörten wurde uns klar, dass wir fliehen mussten“, erzählt Tetiana, die jetzt mit ihren fünf Kindern in Lwiw wohnt.

„Wir lebten in einem Außenbezirk von Kiew, nicht weit vom Flughafen Boryspil entfernt. Als wir eine gewaltige Explosion hörten - so stark, dass die Wände zitterten - wurde uns klar, dass wir dort weg mussten. Wir trugen unsere Kinder, die noch in ihren Schlafanzügen steckten, ins Auto und fuhren los“, erzählt Tetiana, die ihr Zuhause am ersten Tag des Krieges verlassen musste. Seitdem lebt sie in der Nähe von Lwiw.

Tetiana hat fünf Kinder und kümmert sich zusätzlich um das Kind einer Freundin, die zunächst mit ihr in die Westukraine geflohen war, aber von ihrem Arbeitgeber zurückgerufen wurde, der ihr andernfalls mit Entlassung drohte. Zur Sicherheit ließ sie ihr Kind bei Tetiana. In dieser schwierigen Situation freut sie sich seitdem über die Unterstützung von CARE, die es ihr erlaubt, alle Kinder und sich selbst mit Lebensmitteln zu versorgen:

„Die Lebensmittelpakete von CARE sind wirklich eine Hilfe. Wir essen viel Müsli und kochen Suppen. Da die Kinder gerne Süßes essen, backe ich auch viel. Umso mehr freue ich mich über das Mehl in den Paketen. Es in einem Geschäft zu kaufen, wäre für uns zu teuer“, sagt Tetiana.

Vor dem Krieg war sie Erzieherin in einer Vorschule. Jetzt versucht sie online zu arbeiten, aber das funktioniert mehr schlecht als recht: „Die meisten Eltern können derzeit nicht die Mittel für die Bildung ihrer Kinder aufbringen", sagt sie. Eine Rückkehr hält Tetiana für fast unmöglich. Sie schätzt, dass allein die Reise etwa 10.000 UAH (321 Euro) kosten würde - Geld, dass ihr nicht zur Verfügung steht. Im Moment ist sie auf humanitäre Unterstützung und finanzielle Hilfe der örtlichen Gemeinde angewiesen.

Olena aus Sewerodonezk

Olena aus der Ukraine sitzt an einem Tisch und blickt in die Kamera.
„Ich war eine der Ersten, die ihre Sachen gepackt haben“, erzählt Olena. Mit ihren vier Kindern floh sie aus ihrer Heimatstadt.

Olena stammt aus Sewerodonezk, einer Stadt in der Region Luhansk, die nach der Besetzung im Jahr 2014 zur Bezirkshauptstadt wurde. Drei Monate nach Ausbruch des aktuellen Konfliktes finden hier die härtesten Kämpfe statt. In den ersten Tagen des Krieges flohen Olena und ihre vier Kinder aus ihrer Heimatstadt. Olenas Mann brachte die Familie mit dem Auto in Sicherheit und kehrte anschließend zurück an die Front.

„Ich war eine der Ersten, die ihre Sachen gepackt haben - ein paar Tage bevor der Krieg ausbrach. Die Lage war sehr angespannt. Ich rief alle meine Verwandten an und sagte ihnen, sie sollten packen und sich auf die Evakuierung vorbereiten“, erzählt Olena.

Von der Regierung erhält sie finanzielle Unterstützung für ihre Kinder. Außerdem schafft es ihr Mann hin und wieder, der Familie Geld zu senden. CARE und die CFSSS unterstützen sie mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln.

„Bei der Flucht musste alles so schnell gehen und wir konnten nur wenige unserer gepackten Sachen mitnehmen. In den humanitären Aufnahmezentren konnten wir zum Glück einige winterfeste Kleidungsstücke finden. Vor allem  Lebensmittel und Hygieneartikel bleiben aber wichtig“, erklärt Olena.

Sie hofft, dass sie eines Tages mit ihren Kindern nach Hause zurückkehren kann, auch wenn ihre Heimatstadt jetzt am Rande einer humanitären Katastrophe steht. Olena lächelt viel und glaubt fest daran, dass irgendwann alles wieder so wird wie früher.

Liudmila aus Dnipro

Liudmila aus der Ukraine sitzt an einem Tisch und blickt in die Kamera.
Anfangs erhielt Liudmila selbst humanitäre Hilfe. Inzwischen unterstützt sie CARE bei der Verteilung von Lebensmittelpaketen an andere Vertriebene.

„Am 24. Februar sagte meine Tochter zu mir: ‚Mama, wir müssen die Kinder retten. Wir müssen fliehen!‘ Schon am nächsten Tag kamen wir hier an“, erzählt Liudmila. Sie arbeitet als Freiwillige in einem lokalen humanitären Center in der Nähe von Lwiw. Außerdem unterstützt sie CARE bei der Verteilung von CARE-Paketen mit Tee, Konserven und Babynahrung an vertriebene Familien.

In den ersten beiden Tagen schliefen Luidmila und ihre Kinder in einer Schule, die als Unterkunft für Geflüchtete umfunktioniert wurde. Inzwischen leben sie gemeinsam in einem kleinen Zimmer im Haus einer Familie, die ihre Unterstützung angeboten hatte.

„Das Wort ‚Krieg‘ ist schrecklich. Ich will meine Familie davor beschützen. Ich habe ihn gesehen und ich will nicht, dass auch sie ihn sehen müssen“, sagt Liudmila unter Tränen.

Anfangs erhielten sie, ihre Tochter und ihre Enkelkinder selbst humanitäre Hilfe. Liudmila ging regelmäßig zum lokalen Ausgabeort der humanitären Hilfsgüter um ein Lebensmittelpaket abzuholen, aber schon bald packte sie selbst mit an: Sie packt Pakete und hilft bei den Verteilungen. Liudmila war eine der ersten, die ihre Unterstützung bei der Auslieferung von CARE-Lebensmittelpaketen an vertriebene Familien in Truskavets in der Westukraine anbot.

„Ich bin so dankbar für diese Hilfe, das können Sie sich gar nicht vorstellen. All die Freiwilligen und Organisationen machen eine tolle Arbeit. Gott sei Dank sind wir jetzt in Sicherheit und so viele Menschen sind bereit zu helfen. Sie haben uns wirklich alles gebracht, was wir brauchten - sogar Spielsachen für die Kinder oder Vorhänge“, sagt Liudmila.

Sie hofft, dass der Krieg bald zu Ende ist und sie nach Hause zurückkehren kann. Bis dahin wird Liudmila ihr Bestes geben, um ihre Familie und alle anderen, die Hilfe brauchen, zu unterstützen.

Inhalt eines CARE Pakets.
Die CARE-Lebensmittelpakete enthalten unter anderem Fertigsuppen, Nudeln, Kekse, Tee, Zucker sowie Fisch-, Fleisch- und Gemüsekonserven.

Gemeinsam mit Partnern unterstützt CARE Schutzsuchende aus der Ukraine durch die Bereitstellung finanzieller Mittel und sicherer Unterkünfte sowie die Verteilung von sauberem Trinkwasser, Lebensmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln.

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