Krieg und Wiederaufbau, Frustration und Hoffnung. Die Arbeit von CARE auf dem Balkan in den letzten 30 Jahren hatte viele Gesichter.

Ein CARE-Mitarbeiter versorgt Geflüchtete mit Winterkleidung.

CARE begann 1993 mit humanitärer Hilfe in der Region, welche zu diesem Zeitpunkt ein Kriegsgebiet war.  Die Nothilfe konzentrierte sich damals vor allem auf das Nötigste zum Überleben: Trinkwasser, Lebensmittel oder Medikamente. Die Kriege, die nach dem Zerfall Jugoslawiens ausgebrochen waren, hatten große Fluchtbewegungen zur Folge. Viele Menschen verloren Freunde oder Familienangehörige. Das soziale Gefüge brach auseinander. Die Folgen dieser Auseinandersetzungen sind teilweise bis heute spürbar.

Nach den Kriegen hat CARE seine Hilfe auf dem Balkan angepasst und neu fokussiert. Die Aktivitäten bewegten sich weg von Nothilfe hin zu Entwicklungszusammenarbeit. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort arbeitet CARE nun seit 30 Jahren an einer nachhaltigen Entwicklung für den Balkan.  Armut und Ungleichheit konnten in unseren Projekten spürbar verringert werden, die Arbeit hat sich bewährt. Trotzdem bleibt viel zu tun.

Dies wurde auch auf der Jubiläumsveranstaltung vergangene Woche in Sarajevo, dem Hauptsitz des CARE-Balkan-Büros, thematisiert. Zahlreiche Teilnehmende aus den Projekten vor Ort sowie Mitarbeitende von CARE und unserer Partnerorganisationen waren bei dem Festakt vertreten und blickten auf die gemeinsame Arbeit zurück. Doch neben dem bereits Erreichten wurden auch kommende Herausforderungen thematisiert.

Denn noch immer sind die Länder auf dem Balkan von ethnischen Spannungen und sozialen Unterschieden geprägt. Armut sowie politische und wirtschaftliche Instabilität sind Hindernisse für eine nachhaltige Stabilisierung und verursachen Schwierigkeiten auf dem Weg zur Integration in die Europäische Union. Insbesondere ab 2015 stand das Team im Balkan vor einer weiteren Herausforderung: Über die sogenannte Balkanroute versuchten zahlreiche Geflüchtete und Migrant:innen die Europäischen Union zu erreichen. Kaum jemand von ihnen hatte genug zu essen und zu trinken, viele mussten im Freien übernachten. CARE unterstütze die  Menschen mit Mahlzeiten, Decken und Zelten.

Langfristig bleibt das Ziel, die sozialen, wirtschaftlichen, und politischen Rechte von benachteiligten und marginalisierten Gruppen, wie etwa den Roma, zu stärken. In Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Serbien, dem Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Albanien arbeiten wir bis heute daran, die Rechte von Mädchen und Frauen zu stärken und sexualisierter Gewalt vorzubeugen. Dabei unterstützt CARE Frauen zum Beispiel beim Aufbau ihrer eigenen Unternehmen, um so Armut langfristig zu bekämpfen.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Konfliktprävention, indem Vorurteile abgebaut und die Zivilgesellschaft unterstützt wird. CARE setzt dabei auf das Konzept der multiethnischen Verständigung und bezieht gezielt Jugendliche aus allen Bevölkerungsgruppen ein. Denn eine lebendige Zivilgesellschaft ist die Grundlage für die Beteiligung der Menschen am politischen und gesellschaftlichen Leben, sie trägt zur besseren Zusammenarbeit mit den örtlichen Regierungen bei und sichert Stabilität und Frieden.

CARE Deutschland leistet bei all diesen Vorhaben als sogenannter Lead Member administrative Unterstützung für das CARE-Team auf dem Balkan. Diese Rolle haben wir seit 2010 inne.

Dank unserer engagierten Partner und großzügigen Spender:innen haben zahlreiche Menschen in der Region die Möglichkeit bekommen, ihre Gesellschaft aktiv zu verändern und eine gemeinsame Vision ihrer Zukunft mitzugestalten. Diesen positiven Weg möchten wir in Zusammenarbeit fortsetzen und gratulieren dem Team von CARE Balkan herzlich zum 30-jährigen Jubiläum.

Unterstützen Sie mit Ihrer Spende die CARE-Projekte auf dem Balkan.

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