Damit ein Land sich weiterentwickeln und neue Chancen für die gesamte Gesellschaft entstehen können, braucht es Menschen, die diesen Wandel gestalten und nachhaltig voranbringen. Makfire Avidiu und Arbresha Beqiri zählen zu diesen Menschen. Durch ihre Teilnahme am IWKA-Projekt (Including Women in Kosovo’s Agribusiness) haben sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und sind heute erfolgreiche landwirtschaftliche Unternehmerinnen im Kosovo. Mit ihrer Geschichte möchten sie nicht nur anderen Frauen Mut machen, sondern auch aktiv dazu beitragen, dass ihr Land eine positive Zukunft gestaltet.

Über IWKA

Das IWKA-Projekt – Including Women in Kosovo’s Agribusiness (zu Deutsch: Einbindung von Frauen in die Agrarwirtschaft des Kosovo) - wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über Engagement Global gGmbH gefördert und von CARE Kosovo in Kooperation mit Kosovo – Women 4 Women (K-W4W) und dem Programm für Bürgerrechte im Kosovo (CRP/K) umgesetzt. Die Teilnehmerinnen werden darin unterstützt, eigene landwirtschaftliche Unternehmen aufzubauen und erfolgreich zu führen. So gewinnen sie nicht nur wirtschaftliche Unabhängigkeit, sondern auch die Möglichkeit, ihr Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu gestalten – und damit den gesellschaftlichen Wandel im Kosovo aktiv mitzutragen.

Makfire hält Gemüse in ihrer Hand.

Makfire Avidiu: „Durch das Projekt bin ich jemand geworden.“

Das Leben von Makfire Avdiu hat sich durch das Projekt spürbar zum Positiven gewandelt. „Ich befand mich in einer schwierigen Lage: Meine Kinder waren noch klein, mein Mann war krank. Zwar verfügte ich über Land, doch fehlten mir die finanziellen Mittel, es zu bewirtschaften. Dank des Projekts habe ich die Möglichkeit, genau das zu tun“, erzählt Makfire.

Über das Projekt erhielt Makfire ein Gewächshaus, die nötige Arbeitsausrüstung sowie Solarkollektoren, um Strom zu erzeugen. Heute baut sie dort verschiedene Gemüsesorten an – darunter Tomaten, Gurken und Paprika – und verkauft ihre Ernte.

„Diese Arbeit hat für mich einen echten Sinn. Und wenn ich damit auch noch Geld verdienen kann, umso besser. Es ist nicht viel, denn Landwirtschaft ist harte Arbeit, aber das Einkommen reicht mir aus. Vor allem fühle ich mich dabei wohl, körperlich wie auch geistig“, erzählt Makfire. Ihr Grundstück hat sich zu einem kleinen Paradies entwickelt: Das Gewächshaus liegt direkt neben dem Wohnhaus, im Hintergrund gackern Hühner und legen frische Eier. Überall grünt und blüht es und man spürt, mit wie viel Hingabe Makfire ihre Arbeit macht.

 

Hühner laufen auf einem Bauernhof herum.
Der Bauernhof von Makfire.

Netzwerke schaffen Selbstvertrauen

Die regelmäßigen Treffen mit anderen Frauen aus dem Projekt sind für Makfire besonders wertvoll. Durch das Projekt kommen die Teilnehmerinnen zusammen, teilen ihre Erfahrungen und bauen starke Netzwerke auf. Diese Begegnungen schaffen nicht nur berufliche Verbindungen, sondern auch persönliche Freundschaften. Die Frauen bestärken sich gegenseitig, unterstützen einander und gewinnen das Selbstvertrauen, eine aktivere Rolle in ihren Gemeinden zu übernehmen.

Makfire steht in ihrem Gewächshaus.

Mit der Zeit lernte Makfire, wie sie ihre Produkte optimal anbauen und vermarkten kann. Sie passt ihre Anbaumethoden kontinuierlich an und entwickelt neue Ideen, um sowohl private Kund:innen als auch Restaurants zu beliefern. 

Besonders stolz ist Makfire darauf, heute selbstständig zu arbeiten. „Ich sehe mich als Geschäftsfrau und arbeite mit ganzem Herzen. Ich bin meine eigene Chefin. Ich habe viel gelesen, viel gelernt und nie aufgegeben. Im Geschäftsleben braucht es Entschlossenheit, man darf nicht nachgiebig sein. Wichtig ist, positiv zu denken und die Energie nicht darauf zu verschwenden, wie schwer die Arbeit ist, sondern sie in die Arbeit selbst und in die Qualität der Produkte zu stecken“, erzählt Makfire. Ihre ersten Erfahrungen in der Landwirtschaft sammelte Makfire in Deutschland. 1999 floh sie wegen des Krieges aus dem Kosovo und lebte dort zwei Jahre. Neben der Schule half sie Landwirten, unter anderem auf Erdbeerfeldern. 

2001 kehrte sie schließlich in ihre Heimat zurück. Der Weg zum eigenen Unternehmen war für sie eine Zeit voller Höhen und Tiefen: „Ich wurde auch kritisiert. Doch mein Mann und meine Kinder haben mich immer unterstützt. Ich lebe mein Leben, es ist mein Leben. Dank des Projekts bin ich jemand geworden“, sagt sie abschließend.

Paprikas und Gurken liegen in einer Schüssel.

Arbresha Beqiri: „Wenn es den Tieren gut geht, bin auch ich zufrieden.“

Auch Arbresha Beqiri ist Teil des IWKA-Projekts- Doch anders als Makfire hat sie ihren Schwerpunkt in der Viehzucht gefunden. 30 Milchkühe stehen in ihrem Stall und auf den umliegenden Wiesen. Mit modernen Melkmaschinen werden sie täglich gemolken. Die frische Milch wird anschließend zu Sammelstellen gebracht, wo sie verkauft oder weiterverarbeitet wird – stets in hoher Qualität, denn darauf legt Arbresha größten Wert. Ihre Tiere haben ausreichend Platz, die Wiesen sind weitläufig. An den Stallwänden steht in roter Schrift das arabische Wort „Mashallah“, ein Ausdruck von Dankbarkeit, Wertschätzung und Zufriedenheit.

Arbresha und ihr Mann halten sich im Arm.

Durch die Unterstützung des Projekts konnte Arbresha neue Maschinen anschaffen, die die Arbeit erheblich erleichtern. „Das hat uns sehr geholfen. Mit den neuen Geräten können wir die Felder viel besser vorbereiten und bepflanzen“, erklärt sie. Besonders wertvoll sind für sie auch die regelmäßigen Schulungen innerhalb des Projekts. Dort erhält sie nicht nur praktische Tipps für die Weiterentwicklung ihres Betriebs, sondern gewinnt auch Sicherheit im täglichen Umgang mit den Tieren. „Der wichtigste Prozess ist das Melken. Es findet zweimal am Tag statt. Dabei achten wir sehr darauf, dass die Kühe sauber sind – denn nur so ist die Milch von bester Qualität. Wenn es den Tieren gutgeht und sie gesund sind, bin auch ich zufrieden“, sagt Arbresha.

Kühe stehen auf einer Weide.

Doch auch ihr Weg war nicht immer einfach. Aus wirtschaftlichen Gründen lebte die Familie eine Zeit lang in Slowenien. Schließlich entschieden sie sich jedoch bewusst dazu, in den Kosovo zurückzukehren und dort den Familienbetrieb auszubauen. Heute arbeiten ihr Mann, ihr Schwiegervater und weitere Verwandte auf dem Hof und packen tatkräftig mit an. „Wir planen, unseren Hof weiter auszubauen. Schon jetzt arbeiten wir mit anderen Betrieben zusammen und pachten zusätzliche Flächen für den Anbau. Das Projekt hat uns dabei sehr unterstützt“, berichtet Arbresha.

Arbresha lacht in die Kamera.

Ihre Spende ermöglicht es noch weiteren Frauen, auf eigenen Beinen zu stehen und wirtschaftlich unabhängig zu werden!

JETZT SPENDEN