Bonn, 18. August 2025. Die Zahl der Angriffe auf humanitäre Helfer:innen steigt weiter an: Im Jahr 2025 sind bereits 265 humanitären Helfer:innen bei Angriffen weltweit getötet worden – im Vergleich zum Jahr 2024 ist das ein Anstieg um rund 50 Prozent für denselben Zeitraum. Lokale Organisationen und Hilfskräfte tragen weiterhin die Hauptlast: Die überwiegende Mehrheit der bei Angriffen getöteten Hilfskräfte sind nationale Mitarbeitende – 97 Prozent im Jahr 2025.
Trotz dieser alarmierenden Entwicklung werden viele Vorfälle nicht gemeldet, untersucht oder strafrechtlich verfolgt. „Angriffe auf Helfer:innen sind illegal und inakzeptabel. Diese Verbrechen dürfen nicht ungestraft bleiben“, sagt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. „Wir beobachten einen beunruhigenden Trend zu eklatanten Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht. Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden, ebenso wie Staats- und Regierungschef:innen, die es immer wieder versäumen, ausreichende Maßnahmen zu ergreifen, um diese Angriffe zu verhindern.“
Seit 2022 hat sich die Zahl der jährlich getöteten Helfer:innen mehr als verdoppelt. Der Anstieg ist vor allem auf die Angriffe auf Helfer:innen in Gaza zurückzuführen. Allein in den palästinensischen Gebieten wurden in diesem Jahr über 180 Hilfskräfte getötet. Wie die gesamte Bevölkerung in Gaza kämpfen palästinensische Helfer:innen darum, ausreichend Nahrung, Wasser und Medikamente zum Überleben zu finden.
Im Sudan wurden seit Beginn des Konflikts im April 2023 über 100 Helfer:innen getötet, 60 allein in diesem Jahr. Frauen und Mädchen sind dort der ständigen Gefahr systematischer sexualisierter Gewalt ausgesetzt.
In der Ukraine wurden in der ersten Hälfte dieses Jahres 93 Vorfälle dokumentiert, bei denen humanitäre Helfer:innen betroffen waren – darunter 3 Todesfälle und 34 Verletzte, hauptsächlich ukrainische Mitarbeitende. Die meisten Vorfälle ereigneten sich in den Regionen Cherson, Donezk und Charkiw.
„Das humanitäre System wird angegriffen. Mittel werden gekürzt, Hilfswege blockiert, Visa und Genehmigungen für Mitarbeiter:innen sowie Registrierungen für Organisationen verweigert. Frauen, die für humanitären Organisationen tätig sind, dürfen oft nicht arbeiten“, berichtet Karl-Otto Zentel. „Versuche, humanitäre Helfer:innen an ihrer Arbeit zu hindern, werden nicht selten zur Lebensgefahr, auch für die Menschen, denen wir helfen wollen. Dennoch hat unsere Arbeit Wirkung. Hilfe rettet Leben und gibt Menschen Hoffnung und Würde zurück.“
CARE fordert nachdrücklich, dass Akteure in Konflikten ihrer Verpflichtung zum Schutz humanitärer Helfer:innen nachkommen. Staaten müssen Angriffe auf humanitäre Helfer:innen öffentlich verurteilen. Es bedarf konzertierter diplomatischer Bemühungen, um einen dauerhaften und sicheren Zugang für humanitäre Hilfe in Konfliktregionen zu verhandeln. Außerdem müssen gezielte Anstrengungen unternommen werden, um die uneingeschränkte, gleichberechtigte und maßgebliche Beteiligung von weiblichen Hilfskräften, einschließlich lokaler Mitarbeiterinnen, in der humanitären Arbeit sicherzustellen.
Die genannten Zahlen basieren auf Daten der Aid Worker Security Database von Humanitarian Outcomes.
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